Die Promis dürfen auch noch in anderen Reality-Spektakeln ran. Etwa bei der Promi-Variante "Temptation Island V.I.P." für TV Now und RTL, bei der nun auch etwas bekanntere Gesichter ihre Liebe zueinander testen müssen, indem sie aufregende Wochen in exklusiven Luxusvillen verbringen. Allerdings getrennt voneinander – natürlich mit jeder Menge an Versuchungen. 

Social-Media findet seinen Weg zunehmend ins TV. In dem TV Now-Original "Like Me – I’m Famous" müssen zehn Stars bei RTL in einer weiteren luxuriösen Villa um ihre Beliebtheit kämpfen. Oberstes Ziel, wie auf Instagram & Co: So viele Likes wie möglich kassieren – eingesammelt werden sie bei den prominenten Mitbewohnern. Wer zu wenige Likes bekommt, fliegt raus.

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Der Wendler und Laura trauen sich

Ein Spektakel, auf das wohl schon viele Reality-Fans warten, ist zweifellos die Hochzeit von Schlagerstar Michael Wendler und seiner Laura. Im Herbst 2020 wollen die beiden den schönsten Tag ihres Lebens imposant feiern. RTL wird die freie Trauung live im Fernsehen übertragen. Die Ankündigung des Senders lässt dafür einiges erwarten: Demnach werden die Turteltäubchen "ihre Liebe groß zelebrieren – sehr groß!". Nur noch eineskann das aufhalten: das Corona-Virus. Denn wenn die Situation bis dahin den Großevent nicht zulässt, wird das Ja-Wort erstmal gecancelt.

Aber zur Not gäbe es ja noch einige andere bekannte Gesichter für die Zuschauer. Etwa die Comedians Mario Barth, Oliver Pocher und Chris Tall. Wer sie einzeln schon gut findet, wird das neue Format lieben – alle anderen haben Pech gehabt: In "Der König der Kindsköpfe – Die Barth-Pocher-Tall-Show" treten die drei Humoristen gemeinsam live zum ultimativen Battle an. Die ersten drei Shows werden jeweils von einem der Kontrahenten moderiert, während die beiden anderen in verschiedenen Spielrunden gegeneinander antreten und zum Beispiel klären, wer der Schönste, Cleverste oder auch Stärkste unter ihnen ist. Und das kann dauern.

Boris Becker

Sportlich wird es auch noch bei RTL. Einmal im klassischen Sinne: Tennislegende Boris Beckers Karriere wird von Zeitsprung Pictures in Zusammenarbeit mit Violet Picture verfilmt. Der Spielfilm "Boris Becker: Sein Weg nach Wimbledon" (Arbeitstitel) zeichnet den Weg von seinen Anfängen bis zu seinem ersten Wimbledon Sieg als 17-Jähriger nach.

Ewas weniger auf Sportlichkeit, sondern mehr auf Geschick setzen zwei andere großen Abendshows. Zum einen kehrt der Live-TV-Klassiker "Domino Day" zurück, der von 1998 bis 2009 lief. Der letzte Weltrekord aus 2009 liegt bei knapp 4,5 Millionen gefallenen Steinen. 2021 soll er mit mehr als fünf Millionen Domino-Steinen eingestellt werden. Die aufwendigen Aufbauten dazu von über 100 Menschen erschaffen. 

Nicht umfallen sollen dagegen die zwei Millionen Steine, die im Rahmen der "LEGO Masters" 2020 verbaut werden. In den Wettkämpfen treten sechs Zweierteams gegeneinander an und bauen dabei kunstvolle Lego-Kreationen, die die Zuschauer zum Staunen bringen sollen. International ist das Format bereits ein Knüller: In Australien holte das Finale der ersten Staffel beispielsweise ganze 50 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum.

Vox: Allzweckwaffe Guido, strippende Promis und das Tierwohl

Neben neuen Folgen der bewährten Quotenbringer (u.a. "Grill den Henssler", "Kitchen Impossible",  "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert", "Die Höhle der Löwen", "First Dates Hotel" und "Prince Charming") hat sich auch Vox eine Vielzahl neuer Formate aller Genres ausgedacht.

Zwei davon wird Vox-Allzweckwaffe Guido Maria Kretschmer moderieren. Der Designer und Shopping-Queen-Macher, außerdem DKMS Life-Botschafter, führt durch "Jetzt ist Showtime – Stars gegen Krebs".  Hier strippen 16 Prominente – 8 Frauen und 8 Männer – für den guten Zweck: Sie lassen in zwei Shows die Hüllen fallen. Die Botschaft: Wer zur Vorsorge geht und sich auszieht, kann sein Leben retten. Damit die Promis auch eine gute Figur machen, trainieren die "Let’s Dance"-Juroren Motsi Mabuse und Joachim Llambi mit den Kandidaten. 

Hier kommt die "Deko Queen"

Kretschmer darf aber auch noch seiner Leidenschaft fürs Dekorieren nachgehen: Er kürt künftig nicht nur regelmäßig die "Shopping Queen", sondern auch noch "Guidos Deko Queen". Wie in der Styling-Show gibt es in jeder Folge ein Motto, das zwei Hobby-Deko-Spezialistinnen im direkten Wettbewerb und unter Zeitdruck umsetzen müssen. Die Zeitschrift dazu bringt Konzernschwester Gruner + Jahr auf den Markt.

Hundeprofi Martin Rütter wagt sich ebenfalls auf neues Terrain: Mit ihm entwickelt Vox eine neue Quizshow für die Primetime. Mehr Infos dazu gibt es noch nicht – ein Tierquiz wäre aber vielleivht doch zu offensichtlich. Oder doch nicht?

Tiere gibt es auf jeden Fall bei diesem neuen Format: Der Meeresbiologe, Abenteurer, Wildlife-Fotograf und Tierschützer Robert Marc Lehmann ist in der neuen Season für Vox mit seiner "Mission Erde" im Einsatz. Startschuss ist die gleichnamige Doku-Reihe, in der er die Zuschauer in jeder Folge auf eine Expedition mitnimmt, die die Entstehung eines besonderen Fotos dokumentiert. Ob bedrohtes Ökosystem, aussterbende Tierart oder kaum zu lösende Mensch-Tier-Konflikte – um anderen mit seinen Bildern die Augen zu öffnen, bereist Robert Marc Lehmann alle Kontinente. 

Formate mit Konfliktpotenzial

Um Nachhaltigkeit und Tierwohl geht es auch in "Meat the Family". In dem TV-Experiment müssen vier Fleisch liebende Familien Tiere kennenlernen, aufziehen, füttern und pflegen. Und danach entscheiden, ob sie sie schlachten lassen und essen – oder sie weiterleben lassen. Der Ausgang des Experiments dürfte in den meisten Fällen feststehen. Denn wer will schon vor einem großen Publikum ein gehegtes und gepflegtes Tierchen verspeisen und damit als herzloser Fleischfresser dastehen?  

Für Diskussionen wird sicher auch das britische Doku-Format "The Undateables" sorgen, das sich Vox  gesichert hat. In dem Channel4-Format stehen Menschen im Mittelpunkt, denen die Suche nach der großen Liebe aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung besonders schwerfällt. In Großbritannien wird die Sendung einerseits für die Behandlung des schwierigen Themas gelobt. Es gab jedoch auch viele Beschwerden und Vorwürfe, die Porträtierten würden ausgebeutet und zur Schau gestellt. Alles in allem ein schmaler Grat.

Haus WG

Nicht den Partner fürs Leben, aber für eine Wohngemeinschaft suchen Menschen in der Generationen-Doku "Altes Haus sucht Mitbewohner". Junge Menschen, die in Großstädten oft keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden und Senioren, die eine große Wohnung oder ein großes Haus in bester Lage besitzen, dafür aber ganz allein sind, werden zusammengebracht. Die neue Doku-Reihe zeigt das Kennenlernen, die wachsende Freundschaft, den Erfahrungsaustausch, aber auch die Schwierigkeiten zwischen Jung und Alt.

Der Club der roten Bänder: Neues von Toni

Eigenproduzierte Fiction ist für Vox seit längerer Zeit ein wichtiger Baustein im Programm. Auch hier haben die Kölner wieder ordentlich investiert. Etwa in einen Ableger des Hits „Club der roten Bänder“: In der neuen Dramedy-Serie "Tonis Welt" wird die Geschichte von Toni und Valerie weitererzählt: Als Valeries Großmutter stirbt, steht das Paar vor der Entscheidung, das renovierungsbedürftige Haus auf dem Dorf zu kaufen und dort ein neues Leben zu beginnen. Noch eine Dramedy: In "Lucie. Läuft doch!" muss die  zu Sozialstunden verurteilte Großstadtgöre Lucie als Küchenhilfe im Waldschloss Kleeberg arbeiten, einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die nicht nach Hause können oder wollen.

Hochkarätig besetzt ist die vierteilige Mini-Serie "Unter Freuden stirbt man nicht": Iris Berben Heiner Lauterbach, Adele Neuhauser, Michael Wittenborn und Walter Sittler müssen den Tod ihres Freundes fünf Tage lang geheim halten, damit er den Nobelpreis gewinnen kann. Das stellt die Freundschaft erwartungsgemäß auf eine eine harte Probe. Die Serie wird für TV Now und Vox produziert und basiert auf einer Keshet und Kan Serie von Noa Yedlin nach ihrem Roman "Stockholm".



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde