Pay-TV :
Sky erfindet sich mit Sky Q neu

Bei der Gestaltung von Sky Q wurde auf die Wünsche des Streaming-gewohnten Publikums eingegangen. Vieles im Sky-Angebot wurde denn auch flexibler und einfacher zu handhaben.

Text: Manuela Pauker

Sky Q: ab Mai mIt neuen Paketen und technischen Innovationen im Markt.
Sky Q: ab Mai mIt neuen Paketen und technischen Innovationen im Markt.

Einfacher, schneller, besser und schöner sollte alles werden – und so haben sich die Sky-Verantwortlichen zusammengesetzt, um ihr Pay-TV-Angebot zu optimieren. Oberstes Ziel: Weitere Kunden zu den aktuell 5,2 Millionen Abonnenten hinzugewinnen.

Das Resultat heißt Sky Q und startet Anfang Mai – mit einer Vielzahl neuer Funktionen und Angebote, bei deren Umsetzung stark auf die Wünsche der Kunden gehört wurde, so Sky Deutschland-CEO Carsten Schmidt.

Einige dieser Wünsche dürften bei den Nutzern von Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime inspiriert sein: So macht künftig eine Autoplay-Funktion das automatische Abspielen von mehreren Serienfolgen hintereinander das "Binge-Watching" einfacher. Eine Restart-Funktion ermöglicht es außerdem, ein Programm zu einem späteren Zeitpunkt beginnen zu lassen – oder später auf einem anderen Gerät weiter anzuschauen.

Zeitgleiche Nutzung auf fünf Geräten

Außerdem neu: Sky-Q-Kunden können ihren Account künftig zeitgleich auf bis zu fünf Geräten nutzen – drei TV-Geräte, zwei mobile Devices.  Die neue Sky-Q-App erweitert das Angebot außerdem um die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF plus weiterer Angebote von Vevo oder Red Bull TV.

Die App ist über Apple TV sowie auf allen Samsung-TV-Geräten ab Baujahr 2015 erhältlich; bestehenden Kunden wird sie automatisch ab Mai aufgespielt.

CEO Carsten Schmidt präsentiert den neuen Look.

CEO Carsten Schmidt präsentiert den neuen Look.

Aufgefrischt hat Sky außerdem das Streaming-Angebot Sky Ticket. Die App wurde komplett überarbeitet, die Benutzerführung übersichtlicher gemacht.

Sportfans können künftig zwischen einem Tagesticket, etwa für ein Top-Fußballspiel, auswählen, oder sich für Wochen- oder Monatstickets entscheiden. Außerdem gibt es Angebote für Kino- und Serienfans, jeweils monatlich kündbar.

Die Ticket-Variante kann in Zukunft auch, ähnlich wie bei Amazon, über einen Stick konsumiert werden, den Sky Ticket TV Stick.

Kundenbindungsprogramm für größere Verweildauer

Und das soll es noch nicht gewesen sein. Weitere Innovationen kündigt Carsten Schmidt für die kommenden Monate an: Geplant sind Produkte wie die Sky Soundbox für einen besseren Klang, die Multiroom-IP-Box Sky Q Mini sowie die Einführung des Sprachsteuerungsystems Voice Control.

Und, für viele Kunden sicher ein Argument, die Integration von Netflix in das Sky Q-Angebot. Los geht es in Großbritannien, sukzessive wird die Partnerschaft dann auf die Sky-Töchter in Deutschland und Österreich erweitert. Und: Ab Herbst soll erstmals ein Kundenbindungsprogramm das Publikum bei der Stange halten.

Der Content spielt dabei natürlich eine zentrale Rolle. Auch bei Sky setzt man zunehmend auf Eigenproduktionen: Nach der ARD-Koproduktion "Babylon Berlin" wartet der Anbieter demnächst mit den Produktionen "Das Boot", "Der Pass" und "Der Grenzgänger" auf.

Im Non-Fiktionalen startet die Neuauflage der Casting-Show "X-Factor". Fußball bleibt eine wichtige Säule im Gesamtangebot: Bundesliga, Uefa Champions League sowie 25 Spiele der WM in Russland, alles in Ultra HD ausgestrahlt, runden das Portfolio ab.

Noch offen: der Preis

Was man bei der opulenten Präsentation in der deutschen Sky-Zentrale in Unterföhring bei München allerdings nicht verraten wollte, ist die Preisgestaltung. Was die einzelnen Bausteine sowie das Sky-Q-Gesamtangebot künftig kosten werden, soll kurz vor dem Start im Mai verkündet werden.

Zur Orientierung: Wer aktuell das komplette Sky-Paket mit allen Angeboten bucht, zahlt ein Jahr lang 29,99 Euro monatlich. Danach erhöht sich der Preis auf 76,99 Euro im Monat.

Ob das auch für Sky Q so bleiben wird – fraglich.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde