Sie sollen künftig von einem ganzheitlichen  Brand Management geführt werden, an dessen Spitze "Markenverantwortliche" stehen. Drei davon stehen bereits fest: Für Vogue, Glamour und AD sind das die bisherigen (und auch künftigen) Chefredakteure Christiane Arp, Andrea Ketterer und Oliver Jahn. Für das Männermagazin GQ wird noch jemand gesucht – und das darf übrigens auch gerne eine Frau sein, wie Peppel-Schulz verrät.

Neue Innovationskultur

Die Grenzen zwischen Print und Digital werden dabei weiter aufgelöst – eine neue Innovationskultur soll eine agile und modernere, kundenorientierte Struktur schaffen. Was auch heißt: Die Teams einer Marke sitzen künftig zusammen – eventuell sogar bis hin zum Buchhalter.

In den Wandel wird auch kräftig investiert. Etwa in den Aufbau des neuen Vermarktungsbereichs CNX: Die Unit soll zur Full-Service-Kreativberatung werden. "Basierend auf unserer Glaubwürdigkeit, unserer Expertise und unserem Netzwerk soll CNX B2B-Services wie Brand Consulting Campaigning, Content Solutions sowie Events zu einem Full-Service-Angebot für Luxus und Lifestyle-Marken verbinden und die Wertschöpfung für unsere Partner erhöhen", so die Condé Nast-Chefin.

Die ganzheitliche Markenführung bedeute auch, dass CNX künftig federführend für die Vermarktung der Marken des Hauses sei. Die Condé Nast Manaufaktur, die bisher schon als content-fokussierte Kreativagentur für Kunden agierte, wird Teil des neuen Bereichs. Wer diesen leiten wird, ist ebenfalls noch offen – die Suche läuft.

Ein Drittel der Umsätze aus Print

Eine schnelle Trendwende erwartet Peppel-Schulz vorerst nicht: In den nächsten zwei Jahren werde das Haus noch nicht wieder in den schwarzen Zahlen sein, so ihre Einschätzung. Danach sollen die Umsätze jedoch wieder wachsen; ab 2023 soll das Haus wieder profitabel arbeiten. In fünf Jahren soll ein Drittel der Umsätze aus Print-Aktivitäten kommen.

Wachsen will man auch dank neuer Aktivitäten wie dem weiteren Ausbau der Events. So wird AD im kommenden Jahr erstmals zu einer "Trendsafari" bitten, bei der Kunden nach London reisen.

Neue Launches will Peppel-Schulz mittelfristig ebenfalls nicht ausschließen - allerdings nicht jetzt: "Momentan ist das nicht stemmbar." Insgesamt glaube sie aber, wie der gesamte Konzern, weiter an Print. Die Rolle des Gedruckten werde sich nur verändern:  "Es wird ein relevanter Teil der gesamten Wertschöpfungskette sein."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde