BLM-Lokalrundfunktage :
So steht DAB+ da

DAB+ soll die Zukunft von Radio sein, so der Tenor auf den BLM-Lokalrundfunktagen. Zumal UKW erst einmal Basis der Privatsender in Bayern bleibt, sorgt der Sender-Verkauf durch Media Broadcast für Zündstoff.

Text: Katrin Otto

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Seit dem Frühjahr gibt es dieses neue Logo für DAB+.
Seit dem Frühjahr gibt es dieses neue Logo für DAB+.

"An DAB+ führt kein Weg vorbei", sagte BLM-Präsident Siegfried Schneider auf den Lokalrundfunktagen in Nürnberg. Auch vor dem Hintergrund des Verkaufs der UKW-Sendeanlagen durch die Media Broadcast.

Bis Ende Juni nächsten Jahres will sich das Unternehmen von allen UKW-Anlagen in Deutschland trennen. Bis Ende Mai konnten die UKW-Kunden Angebote für die genutzten Sendeanlagen abgeben. Scheitern die Verhandlungen würde die Media Broadcast die Sendeanlagen europaweit in einer Auktion versteigern. Aber bisher ist UKW noch unverzichtbar. "UKW wird auch in den kommenden Jahren die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs für die privaten Hörfunk-Anbieter in Bayern bleiben", so Schneider.

Die Zukunft soll aber DAB+ gehören. In Bayern verfügen inzwischen 20 Prozent der Hörer über ein Digitalradio-Gerät. Die BLM will bis Ende 2018 alle lokalen privaten UKW-Angebote in Bayern auch in digitaler Form zur Verfügung stellen. Dazu hat die Medienanstalt mit dem BR eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. In den regionalen DAB-Netzen des Öffentlich-Rechtlichen sollen je nach Region zwischen zwei und zehn private Hörfunkprogramme neben den BR-Programmen ausgestrahlt werden.

Wie es bundesweit weitergeht

Zudem haben die Medienwächter einem zweiten bundesweiten DAB-Multiplex zugestimmt. Das Multiplex wird von Antenne Deutschland, bestehend aus den Partnern Absolut Digital und Media Broadcast, betrieben. Geplant sind bis zu 16 bundesweite Programme, die ab dem 2. Quartal 2018 auf Sendung gehen sollen.

Das nationale DAB+-Netz erreicht inzwischen fast 100 Prozent der Fläche, meldet der Verein Digitalradio Deutschland. Um die Verbreitung voranzutreiben, haben Mitglieder des Vereins, darunter ARD, Deutschlandradio und private Sender, im Mai eine Kampagne gemeinsam an den Start gebracht. Weitere Slots sollen vor der IFA im Spätsommer und in der Vorweihnachtszeit stattfinden.

Zunehmend kommt DAB+ übrigens auch im Autoradio an:  In Deutschland stieg der Anteil der digitalen Autoradios von 14 Prozent (2015) auf 21 Prozent im vergangenen Jahr. Audi will künftig  beispielsweise in seinen A8 serienmäßig Hybridradios einbauen, das ist auch für die Marken VW und Porsche geplant.


Autor:

Katrin Otto
Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.



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