Konzernstrategie :
So stellt sich ProSiebenSat.1 künftig auf

Der Konzern gliedert sein Geschäft künftig in die drei Bereiche "Entertainment", "Content Production & Global Sales" sowie "Commerce". Dank der Synergien sollen 2019/2020 über 50 Millionen Euro eingespart werden.

Text: Manuela Pauker

ProSiebenSat.1 stellt sich für die Zukunft neu auf.
ProSiebenSat.1 stellt sich für die Zukunft neu auf.

Seit einigen Monaten arbeitet die ProSiebenSat.1 Group an einer neuen Konzernstruktur – nun hat das Unternehmen weitere Details über die Ausrichtung bekannt gegeben. Im Zentrum der Neuausrichtung stehen ab Januar 2018 die drei Geschäftsbereiche Entertainment, Content Production & Global Sales und Commerce – eine Konsequenz aus der Tatsache, dass das Haus mittlerweile über 50 Prozent seines Umsatzes außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts erzielt.

Insbesondere durch die Zusammenlegung des linearen TV-Geschäfts mit der Digital-Entertainment-Sparte setzt der Noch-Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling auf eine zunehmend plattformunabhängige Bereitstellung und universelle Vermarktung der Programminhalte - das soll auch zusätzliche Synergien in diesem Bereich ermöglichen. Mehr als 50 Millionen Euro netto sollen so bis 2019/2020 eingespart werden. Parallel wird weiter in das Programm sowie in Bereiche wie AdTech und Data investiert.

So sehen die Bereiche künftig aus:

Entertainment: Hier werden TV-Broadcasting, Distribution, Advertising Platform Solutions (AdTech), SevenVentures und Digital Platforms (u.a. Maxdome, 7TV App) gebündelt. Ziel ist es, damit den Zuschauern alle Entertainment-Inhalte des Konzerns noch besser crossmedial über alle Plattformen hinweg anzubieten. In die Wachstumsbereiche Addressable TV, AdTech und Data wird weiter investiert, um im Werbemarkt durch innovative, datengetriebene Angebote zusätzliche Umsätze zu erschließen.

Content Production & Global Sales: Hier ist die Red Arrow Entertainment Group mit dem Multi-Channel-Netzwerk (MCN) Studio71 unter dem Namen Red Arrow Studios zusammen angesiedelt. Hier werden außerdem digitale Video-Angebote integriert - sowohl in das klassische Produktionsgeschäft als auch in seine internationalen Vertriebsnetze. Das Ziel: Das Produktionsgeschäft soll so durch Studio71 direkten Zugang zu einem neuen Talentpool und weiteren wachsenden digitalen Kanälen erhalten.

Zugleich soll der Content Production-Bereich die wachsende Nachfrage nach Inhalten auf allen Kanälen, Branded Content sowie Influencer Marketing erfüllen. Das Unternehmen nutzt dazu auch die Synergien zwischen den 21 Produktionsfirmen, den Vertriebshäusern Red Arrow Studios International und Gravitas Ventures sowie Studio71. ProSiebenSat.1 will zudem die Red Arrow Studios mit Kooperationen mit und Co-Investments von Partnern weiter nach vorn bringen.

Commerce: Im Commerce-Geschäft ist ProSiebenSat.1 künftig unter dem Namen NCG – Nucom Group aktiv. Die Tochterunternehmen werden in vier Kategorien gebündelt: Home Services & Mobility (Verivox, billiger-mietwagen.de, Käuferportal), Leisure & Relationships (Mydays/Jochen Schweizer, Parship Elite Group, Amorelie), Health & Beauty (Flaconi, Windstar Medical) und Style (Moebel.de, Stylight). Für das nach dem Verkauf von etraveli verbliebene Online-Reisegeschäft mit Pauschalreisen (weg.de/tropo) setzt ProSiebenSat.1 den Review-Prozess zu einem möglichen Verkauf fort.

Unternehmensziel: Eine Milliarde Euro Umsatzplus

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet ProSiebenSat.1 weiter einen Anstieg des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das Jahr 2018 wird mittelfristig ebenfalls ein weiterer Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Auf Grundlage dieser Prognose geht der Konzern davon aus, bis 2022 ein Umsatzwachstum von mehr als 1 Milliarde Euro im Vergleich zum Jahr 2017 erzielen zu können.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde