Nun soll es weiter aufwärts gehen: Wie schon im vergangenen Jahr hat sich das Unternehmen für 2020 eine Steigerung beim Umsatz und Ergebnis im mittleren einstelligen Prozentbereich vorgenommen. Die im SDax notierte Aktie legte am Morgen vorbörslich um rund zwei Prozent zu.

Corona: Störer erwartet keine Einschnitte

Um negative Einflüsse des Corona-Virus macht sich Störer aktuell keine Sorgen, bestätigt Co-CEO Udo Müller in der Pressekonferenz. Bis jetzt sehe man keinerlei Rückgänge der Werbeplatzbuchung. Grundsätzlich sei das Kundenportfolio sehr divers, Tourismusunternehmen machten weniger als ein Prozent der Kunden aus, die Automobilbranche weniger als fünf Prozent. Deshalb könne man einzelne Buchungsrückgänge betroffener Branchen gut abfedern. Ohnehin glaubt Udo Müller, dass die aktuellen Vorgänge "hysterisch" seien und dass in drei Monaten niemand mehr drüber spreche. 

Auch um sinkende Preise durch einen Frequenzrückgang im öffentlichen Raum macht er sich keine Sorgen. Die große Mehrheit der Preise berechneten sich auf Basis der Passantenfrequenz im Jahresdurchschnitt. Nur wenige programmatische Werbeträger berechnen ihre Preise auf Basis der Passanten in Echtzeit. Ein kurzfristiger Rückgang der Passantenzahlen an den Bahnhöfen stelle also kein Problem dar, bestätigt Müller. Dafür müsste der komplette Nah- und Fernverkehr für längere Zeit lahm liegen, sagt er. 

Analysten empfehlen Aktie zum Kauf

Die vollständigen Jahreszahlen für 2019 inklusive Dividendenvorschlag will Ströer am 30. März vorlegen. Für 2018 hatte das Unternehmen seinen Aktionären 2,00 Euro je Aktie ausgeschüttet. Beobachter gehen nun von einer Erhöhung von fast 10 Prozent auf 2,20 Euro je Aktie aus.

2019 hatte sich die Aktie mit einem Zuwachs um fast 71 Prozent deutlich besser entwickelt als der Nebenwerteindex SDax, der um knapp 32 Prozent zulegte. Nach dem Rekordhoch von Mitte Februar bei 78,65 Euro wurde das Papier jedoch infolge der Sorgen am Markt um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus mit in den Abwärtsstrudel gerissen. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von gut sieben Prozent zu Buche. In der gleichen Zeit hat der SDax allerdings mehr als neun Prozent verloren.

Die große Mehrheit der Analysten, die sich mit Ströer befassen, empfiehlt die Aktie nach wie vor zum Kauf. Ein kleinerer Teil rät dagegen, sie zu halten. Eine Verkaufsempfehlung steht derzeit nicht im Raum.

(dpa/wuv)



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Autor: W&V Redaktion

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