Zum nun laufenden Telekom-Poker mit den klassischen Fernsehanbietern gehört auch, dass Stiegenroth einschränkte: "Wir müssen aber nicht mit diesen Sendern zusammenarbeiten." Der Telekom-Manager, offiziell Leiter Content und Sponsoring, betonte: "Wir können das auch anders lösen." Das Unternehmen begreift sein Angebot "MagentaTV" ohnehin schon als Fernsehsender, auch wenn es nicht klassisch über Antenne oder Satellit zu empfangen ist.

Der rasante Wandel der Fernseh-Welt wird bei der Heim-EM in fünf Jahren besonders deutlich. Denn die Fußballfans waren es seit Jahrzehnten gewohnt, alle Spiele bei ARD und ZDF zu sehen und werden das auch bei der paneuropäischen EM in diesem Jahr können. In fünf Jahren wird es erstmals bei einer EM Einschränkungen geben, die mit Geld und einem schnellen Internetanschluss zu tun haben.

Ein Teil der EM 2024 wird ausschließlich bei der Telekom zu sehen sein. "Wir wollen auch Spiele nur für uns", sagte der Telekom-Manager. Damit wird das bisher vor allem aus Basketball, Eishockey und Drittliga-Fußball bestehende "MagentaSport"-Programm kräftig aufgepeppt.

Derzeit ist das Sport-Angebot für Telekom-Kunden zwölf Monate kostenlos. Für Sportfans ohne Telekom-Vertrag ist "MagentaSport" im Jahresabo für 9,95 Euro monatlich zu haben. Ob diese Bedingungen in fünf Jahren so gelten, ist allerdings ungewiss.

"Das Ganze ist aber für die Telekom mehr als nur die reinen Übertragungen", sagte Stiegenroth und kündigte weitere Aktivitäten rund um das Turnier an. Denn auch für die Telekom gilt: "Das ist eine einzigartige Veranstaltung in Deutschland. Die WM war 2006, die EM ist 2024 - so ein Highlight gibt es nicht alle paar Jahre." (dpa)



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Autor: W&V Redaktion

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