Das lineare Fernsehen werde seine Position einstweilen zwar behaupten können, so der Deloitte-Manager. Der Trend zu nicht-linearen Angeboten scheine jedoch "gefestigt und unumkehrbar". Über die Hälfte der Verbraucher würden heute bereits Video-on-Demand-Angebote nutzen. Diese Form der Mediennutzung sei damit zu einem "Massenmarktphänomen" geworden, hieß es. Für die Ergebnisse der "Media Consumer Survey" interviewte Deloitte online 2000 deutsche Mediennutzer zwischen 14 und 75 Jahren.

Der Deloitte-Studie zufolge greift gut ein Drittel der jungen Zielgruppe bis 24 Jahren vermehrt auf Abrufinhalte zurück. Unter den 25- bis 34-Jährigen sind es noch 20 Prozent, bei älteren Menschen fällt die Nutzung jedoch deutlich ab. Nicht deutlich wird, in der Deloitte-Studie, welche Quellen abgerufen werden. Seit Jhren mischen auch "klassische" TV-Familien wie ProSiebenSat.1 (Maxdome, Quazer) oder RTL (TV Now) im VoD-Bereich oder Streaming mit.

Wo gestreamt wird

Deutlicher wird hier die Studie des BVDW, die das Marktforschungsinstitut TNS Kantar durchgeführt hat: Demnach sind in der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen Inhalte etwa auf Youtube, Myvideo oder Clipfish (RTL) mit 74 Prozent an populärsten, gefolgt von Videos auf sozialen Medien wie Facebook. 56 Prozent dieser Altersgruppe schaut Fernsehen über Kabel, Satellit oder Antenne. Diese Übertragungswege sind in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen mit 73 Prozent der Befragten am beliebtesten.

In den westlichen Bundesländern werden laut BVDW Mediatheken, Portale wie Youtube oder Streamingdienste etwas häufiger genutzt als im Osten. Männer liegen gegenüber Frauen in der Nutzung leicht vorn. Nur Videos auf Facebook oder Instagram schauen Frauen häufiger als Männer. Beim traditionellen Fernsehen liegen die Geschlechter mit jeweils 65 Prozent gleichauf.

82 Prozent der Befragten aus dem Westen konsumieren Filme und Serien online am liebsten zu Hause, in den östlichen Bundesländern sind des 77 Prozent. Während 44 Prozent der Männer Serien oder Filme online am liebsten allein schauen, sind es unter den Frauen nur 40 Prozent. 37 Prozent der Frauen schauen lieber gemeinsam mit dem Partner, bei den Männern sind das nur 32 Prozent.

Übrigens: Die Ergebnisse der AdReaction Gen X, Y and Z-Studie von Kantar Millward Brown zeigen, dass junge Konsumenten zwar weniger Fernsehen schauen, aber für TV-Werbung empfänglicher sind als für alle digitalen Formate. Es ging in der Analyse auch darum, auf welchem Kanal die Konsumenten am empfänglichsten für die Werbebotschaften sind und welchen Formaten die Konsumenten am positivsten gegenüberstehen. 

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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