Insofern ist die Oscar-Verleihung auch ein Stück weit Richtungsweiser dafür, ob es den Netflix Originals dauerhaft gelingen wird, in die "heiligen Hallen" des Kinos vorzudringen. In unseren heutigen Streamingtipps stellen wir Ihnen die fünf sehenswertesten Netflix-Beiträge vor, die sich im diesjährigen Oscar-Rennen daran versuchen werden. Mehr Streamingtipps finden Sie im Feed auf shelfd.com. Und wenn Sie keine Highlights mehr verpassen möchten, dann holen Sie sich die Neustarts von Netflix oder Prime Video direkt in Ihren Kalender. Happy Streaming!

Marriage Story 

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Bei Netflix verfügbar

Charlie (Adam Driver) und Nicole (Scarlett Johansson) sind seit zehn Jahren verheiratet, haben einen achtjährigen Sohn (Azhy Robertson) und arbeiten als Paar auch beruflich zusammen. Er als Theaterregisseur, sie als Schauspielerin in der New Yorker Off-Broadway-Szene. Als Nicole ein Jobangebot für eine Pilotfolge einer neuen Serie erhält, zieht sie mit Sohn Henry nach Los Angeles. Zunehmend von Charlies Karriereambitionen erdrückt, entschließt sie sich schließlich zur Scheidung. Ihr beider Plan einer einvernehmlichen Trennung ohne Schlammschlachten wird jedoch vom amerikanischen Scheidungsrecht und überambitionierten Anwälten durchkreuzt.

Noah Baumbach ("Frances Ha") inszeniert ein berührendes Scheidungsdrama, das nicht nur von der Entfremdung, sondern vor allem von der tiefen Verbundenheit zweier Menschen erzählt. Durch die fantastischen Schauspielleistungen Drivers und Johansson wird der Widerspruch zwischen der emotionalen Konsequenz, die der Scheidungsprozess ihren Figuren abverlangt, und der weiterhin vorhandenen Liebe auf einzigartige Weise sichtbar gemacht.

"Marriage Story" ist sechsfach oscarnominiert in den Kategorien "Bester Film", "Bester Hautdarsteller" (Adam Driver), "Beste Hauptdarstellerin" (Scarlett Johansson), "Beste Nebendarstellerin" (Laura Dern), "Bestes Drehbuch" und "Beste Filmmusik".

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The Irishman

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Frank "The Irishman" Sheeran (Robert DeNiro) steigt vom korrupten Fleischlieferanten zum skrupellosen Handlanger des Mafiabosses Russell Buffalino (Joe Pesci) auf und wird als solcher schnell zum Bodyguard des – mit der Casa Nostra verbandelten – Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino).

Mit einer Laufzeit von stolzen 208 Minuten erzählt Regisseur Martin Scorsese über mehrere Jahrzehnte hinweg von realen Personen und Ereignissen und nimmt dabei nicht nur die Dynamik innerhalb der Mafia-Strukturen in den Blick. Stattdessen liegt sein Fokus auf Sheerans gegensätzlichen Lebenswelten und seiner zerrissenen Biografie zwischen Gangster- und Familienvater-Dasein, die in Einsamkeit und Isolation kulminiert. Das Ergebnis ist ein erstaunlich reflektiertes Gangsterepos, das trotz allem keine genretypischen Themen und Stilmittel vermissen lässt.

"The Irishman" ist zehnfach oscarnominiert in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie" (Martin Scorsese), "Bester Nebendarsteller" (Joe Pesci), "Bester Nebendarsteller" (Al Pacino), "Bestes adaptiertes Drehbuch", "Beste Ausstattung", "Beste Kamera", "Beste Kostüme", "Bester Schnitt" und "Beste Spezialeffekte".

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Ich habe meinen Körper verloren

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Bei Netflix verfügbar

Eine Hand entkommt aus einem Pariser Labor und macht sich auf die Suche nach dem restlichen Körper, zu dem sie gehört – nach ihrem Besitzer "Naoufel". In Rückblenden erinnert sie sich an ihn, den Tod seiner Eltern, sein Leben in einer Pflegefamilie, seine Arbeit als Pizzabote und wie er die junge Gabrielle kennenlernt – unsicher ob er überhaupt noch am Leben ist.

Basierend auf der literarischen Vorlage Guillame Laurants ("Die fabelhafte Welt der Amélie") zeichnet der Animationsfilm Jérémy Clapins ein surreales Portrait eines jungen Mannes und nimmt dabei den enormen Einfluss des Zufalls auf das Leben in den Blick.

"Ich habe meinen Körper verloren" ist in der Kategorie "Bester Animationsfilm" für den Oscar nominiert.

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Am Rande der Demokratie 

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Bei Netflix verfügbar

Brasiliens Demokratie ist jung und scheint dennoch bereits im Sterben zu liegen – so die Deutung der Filmemacherin Petra Costa. Anhand von Personen und Ereignissen innerhalb ihrer Familie und ihrer eigenen Biografie zeichnet sie den Weg aus der Militärdiktatur hin zum aktuellen rechtskonservativen Präsidenten Jair Bolsonaro nach. Einen Fokus legt sie dabei auf die Präsidentschaften Luiz Inácio Lula da Silvas (2003 – 2011) und seiner Nachfolgerin Dilma Rousseffs, auf den Einfluss multinationaler Konzerne und Korruption auf das Land. Das Ergebnis ist eine Mahnung – filmisch dargestellt anhand eindrücklicher Bilder aus dem Familienarchiv und Mitschnitten aus den Nachrichten, von Reden und Demonstrationen.

"Am Rande der Demokratie" ist in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" für den Oscar nominiert.

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American Factory

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Zwischen 2015 und 2017 begleiten die Filmemacher Julia Reichert und Steven Bogner die Eröffnung einer Fabrik eines chinesischen Investors auf dem Gelände eines stillgelegten General-Motors-Werks in Dayton, Ohio – im "Rust Belt" der USA. "Fuyao" heißt das Unternehmen, das Windschutzscheiben für globale Autokonzerne herstellt und sowohl chinesische als auch amerikanische Arbeiter beschäftigt. Auf die anfängliche Euphorie über den neuen/alten Arbeitsplatz vieler ehemaliger General-Motors-Mitarbeiter folgen herbe Rückschläge: die Löhne sind oft nicht einmal halb so hoch wie damals, Arbeitsunfälle häufen sich und der Umgangston der Vorarbeiter ist (noch) rauer geworden. Und auch auf chinesischer Seite sind, je nach Rang in der Hierarchie, Vorgesetzte verärgert über die Arroganz und laxe Arbeitsmoral der amerikanischen Arbeiter, und einfache Vorarbeiter betrübt über die Trennung von der eigenen Familie ohne zusätzliche Entschädigung.

Trotz zahlreicher kultureller Unterschiede zeichnet die Dokumentation das gemeinsame Schicksal der Arbeiter nach: Die Aufopferung für ein Unternehmen durch eine monotone Tätigkeit, die seelischen und körperlichen Tribut fordert, ohne sinnspendend zu sein. Nur um von Robotern ersetzt zu werden, die am Ende des Films bereits in den Startlöchern stehen.

"American Factory" ist in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" für den Oscar nominiert.

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Autorin:

Arabella Wintermayr hat Politikwissenschaft studiert und arbeitet als freie Redakteurin beim Fernsehen. Ihre Leidenschaft gilt Filmen und Serien, die sich an die großen Fragen des Lebens und der Gesellschaft trauen.



Autor: W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.