Digital :
W&V-Vermarktercheck: So schneiden die Digital-Vermarkter ab

Vermarktercheck, Teil 3: Die deutschen Digitalvermarkter zeigen insgesamt ein gutes Niveau. Aber einige scheiterten am Test von W&V.

Text: Thomas Nötting

W&V testete die deutschen Digital-Vermarkter.
W&V testete die deutschen Digital-Vermarkter.

G+J EMS ist der kundenfreundlichste deutsche Digital-Vermarkter. Die Tochter des Hamburger Verlagskonzerns Gruner + Jahr schnitt beim W&V-Vermarktercheck am besten von allen getesteten Unternehmen ab. Auf den weiteren Rängen folgen SevenOne Media und IQ Media.

In der Digital-Variante des W&V-Vermarkterchecks zeigten die deutschen Online-Vermarkter gegenüber über ihren klassischen Vettern ein insgesamt höheres Niveau. Die durchschnittlichen Punktzahlen lagen im Vergleich zum Print- und TV-Vermarktercheck höher. Branchengrößen wie Burda Forward oder Ebay landeten allerdings überraschend am Ende der Rangliste. Der Grund: sie hatten es binnen Wochenfrist nicht geschafft, auf eine Test-Anfrage zu reagieren.

Wie bereits bei der Analyse der TV- und Print-Vermarkter spielte eine Anfrage nach dem Modell des Mystery Shoppings eine Schlüsselrolle. In Zusammenarbeit mit W&V hatten die Münchner Mediaberater Jörg Blumtritt und Tom Stahl für die Anfrage das Modell des so genannten Mystery Shoppings adapiert. Die Digital-Vermarkter ahnten nicht, dass sie auf eine Probe gestellt wurden.

Die Ergebnisse des W&V-Vermarkterchecks Digital

Die Anfrage kam von einem vermeintlichen Kunden, der den Start eines neuen Produkts plant. Deshalb müsse man den Namen auch geheim halten, so die Legende. Die Test-Anfrage enthielt zahlreiche Herausforderungen. So verlangte der Mystery-Kunde vor allem Sonderwerbeformen. Ein Angebot von der Stange war also nicht möglich. Außerdem enthielt das Briefing ausführliche Informationen zur gewünschten Media- und Marketing-Zielgruppe.

Sieger G+J EMS ging so ausführlich und genau auf diese Kundenwünsche ein wie kein anderer Vermarkter und setzte sich mit 4,4 von fünf möglichen Punkten weit von der Konkurrenz ab. Zum Vergleich: die zweitplatzierte ProSiebenSat.1-Tochter SevenOne Media brachte es in dieser Kategorie auf 2,5 Punkte.

Analysiert wurden außerdem die Kundenfreundlichkeit und die Informationstiefe der Vermarkter-Webauftritte. Geachtet wurde hier unter anderem auf die Auffindbarkeit von Ansprechpartnern für Neukunden sowie Informationen zu den Themen Marktforschung, Tarife und Sonderwerbeformen. Außerdem wurden Kennzahlen zur Mitarbeiterstruktur ausgewertet, die auf einer direkten Befragung der Vermarktungsunternehmen basierten. Die Ergebnisse wurden in einem Punktesystem von eins bis fünf zusammengefasst. Die Reaktion auf die Test-Anfrage wurde dabei höher gewichtet als die übrigen Kategorien.

Eine ausführliche Analyse der Ergebnisse finden Sie in der aktuellen Ausgabe von W&V.

Update: In einer früheren Version dieses Artikels wurde der Vermarkter United Internet Media (UIM) auf dem zehnten Rang geführt. Der Hauptgrund: UIM habe nicht binnen einer Woche auf die Anfrage der Agentur reagiert und erhielt deshalb null Punkte in der wichtigsten Bewertungskategorie.
Tatsächlich kam bei UIM keine Anfrage per E-Mail an, weil es bei der Recherche nach dem richtigen Ansprechpartner zu einem Kommunikationsfehler kam. Daher konnte der Vermarkter nicht innerhalb des Testzeitraums antworten. Ein fairer Vergleich mit den anderen getesteten Vermarktern ist somit nicht möglich. Aus diesem Grund hat sich W&V entschieden, UIM aus der Wertung der Digital-Vermarkter zu nehmen. Im Vermarkter-Check des vergangenen Jahres belegte United Internet Media den dritten Platz.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.