An der Börse sorgten die Vorwürfe für erhebliche Unruhe, der Kurs knickte vorübergehend mehr als 8 Prozent ein und die ProSiebenSat.1-Aktie rutschte auf den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember. Zuletzt lagen sie mit 5 Prozent im Minus bei 28,55 Euro. 

Viceroy hatte auch schon den kriselnden Möbelkonzern Steinhoff im Visier gehabt. Diverse andere Unternehmen sind bereits Opfer von Short-Attacken geworden, so etwa Außenwerber  Ströer. Auch am Aktienmarkt wurden die gegen die Mediengruppe erhobenen Vorwürfe als "unsachlich" eingestuft. Sie seien "überhaupt nicht nachvollziehbar, wie eigentlich immer bei Short-Attacken", sagte ein Händler.

ProSiebenSat.1 hatte erst Ende Februar trotz des schwächelnden Werbegeschäfts eine starke Bilanz für 2017 vorgelegt und mit Max Conze einen neuen CEO präsentiert, der ab Juni die Nachfolge von Thomas Ebeling antreten wird. Dank des gut laufenden Digitalgeschäfts verdiente der Konzern mit 471 Millionen Euro unterm Strich sechs Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Konzern erwirtschaftet inzwischen 51 Prozent des Umsatzes außerhalb des TV-Werbegeschäfts.

W&V Online/dpa


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