Der DJV-Vorsitzende Frank Überall verteidigte die WDR-Satire. "Ganz gleich, ob einem der Song von der Umweltsau gefällt oder nicht: Er verletzt keine Werte", sagte er. Man müsse deshalb so ein satirisches Lied aushalten. Das gelte auch für den Intendanten. "Gerade dann sollte man nicht öffentlich rumpoltern, es sei falsch gewesen, das überhaupt zu senden", sagte Überall.

In dem Lied hatte ein Kinderchor auf die Melodie von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" unter anderem "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau" gesungen. Das entsprechende Video wurde bald darauf vom WDR gelöscht. Intendant Tom Buhrow entschuldigte sich für die Satire. Das wiederum stieß auch auf Kritik. Die WDR-Redakteursvertretung kritisierte in einem internen Schreiben, dass Buhrow "einem offenbar von Rechtsextremen orchestrierten Shitstorm" so leicht nachgegeben habe. Das schade dem Ansehen des WDR. Am Dienstag soll es dazu eine außerordentliche Redakteursversammlung geben. Über das Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatte zuerst das Online-Medienmagazin Übermedien berichtet.

Buhrow verteidigte sein Vorgehen im aktuellen Spiegel. Die Umweltsau-Satire sei missglückt, sagte er. "In diesem Fall hat in einem Familienprogramm ein nicht als Satire direkt erkennbares Video pauschal eine ganze Gruppe mit Umweltverschmutzung in den Zusammenhang gestellt." Dadurch hätten sich viele Senioren verletzt gefühlt.



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