Die stärksten Einschnitte wird auch der Zuschauer bemerken: Im Programm wird am stärksten gekürzt, vor allem im Bereich Unterhaltung. Dies betrifft auch die Zulieferungen des Senders für die ARD. Heißt: weniger Unterhaltungsshows und Fernsehspiele vom NDR. Und auch weniger Tatorte – was unter anderem die Ermittler in Hamburg (Wotan Wilke Möhring), Kiel (Axel Milberg) und Hannover/Göttingen (Maria Furtwängler) betreffen wird.

Umzug ins Digitale

In der Prime-Time des NDR-Fernsehens bleiben die Formate wie "DAS!", "Markt" und "Visite" bestehen, gestrichen werden Sendungen wie "Inselreportagen" und "Lieb und teuer". "Zapp" und das "Kulturjournal" werden zunehmend in Online-Kanäle verlagert. Information (Tagesschau, Tagesthemen) behält höchste Priorität. Zudem soll die crossmediale Zusammenführung von Programmbereichen ausgebaut werden.

Im Hörfunk soll die Information ebenfalls gestärkt werden. NDR Info weitet sein Angebot am Abend und am Wochenende aus, mit Nachrichten im Halbstundentakt. Die Sendungen "Echo des Tages" und "Zeitzeichen" entfallen. Andere Programmangebote wie Hörspiele laufen künftig bei NDR Kultur. Auch bei NDR 2 und N-Joy wird man sich von Formaten und Festivals wie "stars@ndr2" verabschieden müssen.

Publizistische Stärke ausbauen

Bei den Musikensembles werden Personalkosten reduziert und Strukturen verändert. Veranstaltungen wie das NDR Klassik Open Air fallen weg. Die Ensembles bleiben aber erhalten. Das Engagement bei Off-Air-Veranstaltungen wird ebenfalls deutlich verringert. Künftig wird der NDR in jedem seiner vier Staatsvertragsländer pro Jahr nur noch eine Großveranstaltung als Gastgeber durchführen. Die Sommertouren der Landesfunkhäuser in Hamburg, Hannover, Schwerin und Kiel finden nicht mehr statt.

"Angesichts der heraufordernden Finanzlage müssen wir Prioritäten setzen", so NDR-Intendant Joachim Knuth. "Wir werden unseren starken Journalismus, die Information, die regionale Kompetenz bewahren, müssen aber dafür an anderer Stelle auf Gewohntes verzichten."  In den vergangenen Wochen habe der große Zuspruch für die Informationsangebote gezeigt, wie wichtig und unverzichtbar "ein kraftvoller NDR" sei.  "Diese publizistische Stärke werden wir auch unter diesen erschwerten Bedingungen bewahren und ausbauen."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde