Weltweite Lizenzen :
Wie Welt der Wunder die Blockchain für den Bewegtbildhandel nutzt

Wissens-TV-Produzent Welt der Wunder setzt zusammen mit Swisscom Blockchain eine digitale Plattform für den Medienlizenzhandel auf. Die Details.

Text: Petra Schwegler

Der Schweizer Dienstleister baut Plattform und Kryptowährung für den WdW-Lizenzhandel auf,
Der Schweizer Dienstleister baut Plattform und Kryptowährung für den WdW-Lizenzhandel auf,

Einen weltweiten digitalen Handel mit Fernsehrechten, Filmen und Serien, aber auch mit Shows und Produktionsaufträgen will Wissens-TV-Produzent Welt der Wunder im ersten Halbjahr 2018 starten – auf Basis der Blockchain, die die Mittlerrolle übernehmen wird.

Das digitale Verfahren, bei dem Datensätze dezentral organisiert und aufeinander aufbauend strukturiert werden, soll auch im internationalen Medienlizenzhandel alle gespeicherten Daten so gut wie unangreifbar für virtuelle Angriffe machen. Sie sind dennoch überall abgreifbar und - wie es der Blockchain eigen ist - mit Kryptowährung bezahlbar. Allen digitalen Währungen liegt diese Technologie zugrunde.

Das Konzept von Welt der Wunder: Um gut ein Jahrzehnt nach dem TV auch den Handel mit den entsprechenden Rechten zu digitalisieren, nímmt sich Welt der Wunder um Gründer Hendrik Hey die Swisscom Blockchain AG als Partner zur Seite, eine Tochter des Schweizer Telekomunternehmens Swisscom. Sie wird die Blockchain und die Plattform-eigene Kryptowährung Micro Licensing Coin (MILC) aufsetzen.

So genannte Smart Contracts, die in der Blockchain angelegt und verwaltet werden, dienen dabei als virtuelles Abbild realer Verträge und umfassen alle wichtigen Vertragsnormen. "Sowohl die TV-Produzenten als auch die Einkäufer profitieren zudem aufgrund einer enormen Vereinfachung und Standardisierung des Lizenzhandels von deutlichen Kostensenkungen", heißt es aus München. Auch die Zahlungsströme sollen über die MILC-Blockchain einfach abgebildet und sicher verwaltet. Kurzum: Die gesamte Organisation findet digitalisiert statt.

Wer über die Blockchain zum Zuge kommen soll

Zum geplanten Start des MILC-Projektes in der ersten Jahreshälfte 2018 soll der Vertrieb von fertigen Sendungen und Bildmaterial im Mittelpunkt stehen. Als Zielgruppe peilt Welt der Wunder Nachrichtenseiten, Streamingdienste und Unterhaltungsportale genauso wie klassische Sender an. Welt der Wunder bringt sein eigenes Programmvermögen ein - mehr als 5000 Stunden Broadcastmaterial sowie mehrere zehntausend Video-Clips für die Nutzung auf Onlineportalen.

Auf Seite der Verkäufer könnte sie auch einer neuen Gruppe von kleinen Anbietern neue Vermarktungs-Chancen bieten, betont Hendrik Hey. Bezahlt wird in jeder üblichen Währung oder direkt mit dem MILC. Beim Asset-Management der Bewegtbildinhalte arbeitet Heys Team eng mit der Swiss TXT zusammen, Techniktochter des Schweizer Fernsehens. Dessen Mediahub wird zusammen mit der zu entwickelnden MILC-Blockchain die Vertriebsplattform bilden.

"Egal ob Sender, Produzenten, Studios – letztlich warten alle auf eine Lösung, die alle und alles verbindet. Genau da wollen wir ansetzen", sagt Hey. Auf der neuen Handelsplattform für Film, Fernsehen und Video, einer Art "Youtube für Profis" (Hey), sollen sich in Kürze nach seiner Vorstellung die verschiedenen Akteure einer Sendung zu einer gemeinsamen Produktion verbinden können – "schnell, sicher und kostengünstig", wie es heißt. Die richtungsweisende und innovative Blockchain-Technologie werde mit diesem Schritt erstmalig zur Neuausrichtung und Vereinfachung des weltweiten Medienlizenzhandels eingesetzt.

"Die Blockchain generiert nicht nur die Verträge, sie überwacht sie auch und verteilt die Einnahmen", erklärt Hey. Das reicht vom Ausstellen des Vertrags über die Übermittlung des Materials bis hin zur Benachrichtigung, wenn die Lizenz ausläuft. Auch die Zahlungsströme würden über die MILC-Blockchain abgebildet und sicher verwaltet, kündigt der Münchner TV-Unternehmer an.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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