Hedgefonds drängt auf Lösung :
Wird Marktforscher Nielsen zerschlagen?

Alles ist denkbar: Nielsen wird verkauft, in Teilen veräußert oder bleibt bestehen. Hinter den Zukunftsplänen steckt ein Investor. 

Text: Petra Schwegler

An der Zukunft von Nielsen feilt ein Hedgefonds.
An der Zukunft von Nielsen feilt ein Hedgefonds.

Beim Marktforscher Nielsen stehen die Zeichen auf Veränderung. Denkbar wären laut der Nachrichtenagentur Reuters ein Komplettverkauf oder die Trennung von Geschäftsteilen. So könnten bei Nielsen die Datenerhebung von Kunden oder die Auswertung von TV-Quoten veräußert, das Unternehmen zerschlagen werden.

Reuters zufolge überprüft die Marktforschungsfirma derzeit alle strategischen Optionen. Auch eine weitere Zukunft als unabhängiges Unternehmen ist demnach eine Spielvariante für Nielsen. Was aus dem geplanten Kauf der Werbemonitoring-Sparte des Mitbewerbers Ebiquity, der derzeit vom britischen Kartellamt geprüft wird, werden soll, ist unklar.

Hintergrund: Der New Yorker Hedgefonds Elliott Management hat Mitte August 8,4 Prozent der Nielsen Holding übernommen und drängt nach US-Medienberichten womöglich auf den Verkauf der TV-Sparte "Watch" des Marktforschers. Nach mehreren Quartalen mit enttäuschenden Geschäftszahlen hatte Nielsen zuvor bereits eine Neuausrichtung des Unternehmens angekündigt. Seit Januar ist der Aktienkurs von Nielsen um rund 40 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick für 2018 gesenkt hatte und bekannt wurde, dass CEO Mitch Barns Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird.

Zudem haben sich bei Nielsen Schulden – insgesamt 8,6 Milliarden US-Dollar – angehäuft, seitdem das Unternehmen 2006 von sechs Finanzinvestoren übernommen wurde.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.