Hollywood (Miniserie)

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Bei Netflix verfügbar 

Was wäre, wenn sich Hollywood in seiner Goldenen Ära nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem inklusiven Ort entwickelt hätte? Über sieben Folgen hinweg entwirft Serien-Mastermind Ryan Murphy ("American Horror Story") die Alternativgeschichte einer nahezu märchenhaften Traumfabrik anhand einer Gruppe aufstrebender junger Künstler*innen. Sie alle ersehnen den großen Durchbruch  – scheitern aber zunächst an der strukturellen Diskriminierung Hollywoods.

Wie Archie (Jeremy Pope), der als schwuler, schwarzer Drehbuchautor ausschließlich Geschichten über Weiße schreiben kann, um auch nur ansatzweise Gehör zu finden. Oder Rock Hudson (Jake Picking), der seine Homosexualität verbergen muss, gleichsam aber von seinem Agenten Henry Willson (Jim Parsons) zum Sex gezwungen wird. Wie es das Schicksal will, findet die Gruppe zueinander und schafft mit der Unterstützung betagter Studiogrößen einen Film, den es zu der Zeit nicht hätte geben dürfen – und der wahrscheinlich bis heute von den meisten Studios abgelehnt werden würde.

Die Miniserie ist eine gefühlvolle Hommage an die weltoffene Traumfabrik, die Hollywood hätte sein können und deutliche Kritik daran, dass sie es heute immer noch nicht ist. Außerdem ist „Hollywood“ ein ästhetisches Juwel, das mit einem atmosphärischen Gesamtkonzept schnell eine echte Sogwirkung entfaltet. Man hätte Lust, selbst ins Nachkriegs-Hollywood einzutauchen – zumindest in die utopische Version davon, die hier entworfen wird.

Hier geht es zur Serie.

The L Word: Generation Q (Staffel 1)

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Bei Sky verfügbar

Sie sind zurück! Sechzehn Jahre nach der ersten "The L Word"-Staffel kehrt die Serie um eine gleichermaßen lesbische wie unglaublich erfolgreiche Freundinnengruppe zurück auf den Bildschirm. Alice (Leisha Hailey) ist zur gefeierten Talkshow-Moderatorin aufgestiegen und Shane (Kate Moennig) hat sich ein Salon-Imperium aufgebaut. Bette (Jennifer Beals) hingegen hat das Kunstmuseum hinter sich gelassen und kandidiert nun um den Posten der Bürgermeisterin von Los Angeles. An ihre Seite treten weitere junge, queere Figuren. Der thematische Fokus bleibt allerdings der gleiche: Alles dreht sich um Liebe, Sex, Karriere, Freundschaft und Familie.

Als "The L Word" 2004 beim Bezahlsender "Showtime" erschien, glich das einem Dammbruch für die lesbische Community. Endlich rückten ihre Themen ins Zentrum, endlich wurde lesbisches Begehren ohne den berüchtigten "male gaze" gezeigt. Schnell wurde jedoch auch (berechtigte) Kritik laut, dass die Serie die LGBT+ Vielfalt nicht ausreichend abbilde und vor allem gegenüber Transgender-Themen unsensibel sei. Die "Generation Q" hat offensichtlich dazugelernt, bleibt aber kurzweilige Gute-Laune-Unterhaltung.

Hier geht es zur Serie.

 

Tom of Finland

https://www.youtube.com/watch?v=V0E9zPRt96w

Bei Sky verfügbar

Bevor er zu "Tom of Finland" wurde, war Touka Laaksonen ein Werbezeichner, der schwer unter seiner Einsamkeit zu leiden hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Homosexualität in Finnland genauso illegal und gesellschaftlich geächtet, wie im Rest der Welt. Ohne jegliche Form von Repräsentation in Film oder Literatur, brachte er seine Fantasien einfach selbst zu Papier – und schuf somit gleichermaßen die Grundlage des Klischees vom muskelbepackten Schwulen mit Schnauzbart und Lederjacke. Als ein amerikanisches Bodybuilder-Magazin auf seine Illustrationen aufmerksam wird, beginnt sich sein Leben zu verändern. Er reist nach Kalifornien und wird nach und nach auch über die Schwulenszene hinaus bekannt.

Regisseur Dome Karukosi erzählt von diesem allmählichen Aufstieg zum späten Weltruhm, unaufgeregt und nah an den biografischen Fakten. Mittlerweile ist "Tom of Finland" zu einer eigenen Marke avanciert, von Handtüchern bis Vodka ist alles vertreten in der Merchandising-Palette. In Laaksonens Heimat ist man stolz darauf: Eine Sonderbriefmarke mit einer seiner Zeichnungen wurde zur meistverkauften finnischen Marke aller Zeiten und das hier empfohlene Biopic im Jahr 2017 kurzerhand zum finnischen Oscarbeitrag.

Hier geht es zum Film.

Mapplethorpe

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Leihbar bei Amazon

Als Robert Mapplethorpe (Matt Smith) und seine Freundin Patti Smith (Marianne Rendón) Ende der Sechziger im berühmten New Yorker "Chelsea Hotel" absteigen, sind beide noch unbekannte, mittellose Künstler*innen. Während Smith in der Poesie und Musik immerhin schon ein passendes Ausdrucksmittel gefunden hat, ist Mapplethorpe vollkommen ratlos. Das ändert sich erst, als er eine Sofortbildkamera geschenkt bekommt. Schnell entwickelt er eine Leidenschaft für die Fotografie, seine Motive sind sexuell aufgeladen, homoerotisch – und für die damalige Zeit reine Provokation. Lange findet er niemanden, der sich an die Veröffentlichung seiner Werke traut, wird nach seinem Durchbruch aber zu einem der bedeutendsten Star-Fotografen überhaupt: Andy Warhol, Grace Jones, Iggy Pop, Arnold Schwarzenegger und viele weitere Promis standen vor seiner Kamera.

Regisseurin Ondi Timoner zeigt Mapplethorpes Aufstieg zum weltbekannten Fotografen bis zu seinem frühen Aids-Tod im Jahr 1989. Dabei lässt sie seinem Privatleben, dem ständigen Zwist mit der Familie und seinem selbstzerstörerischen Lifestyle ebenso Raum wie seiner Kunst und extravaganten Arbeitsweise.

Hier geht es zum Film.

Circus of Books

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Bei Netflix verfügbar

Als für Karen und Barry Mason die Jobs ausbleiben, antworten sie kurzerhand auf eine Zeitungsanzeige und vertreiben fortan das damals neu erschienene Magazin "Hustler", um die Familie zu versorgen. Kurz darauf kaufen sie mit dem verdienten Geld den "Circus of Books"-Store, der in Los Angeles bereits eine kleine Institution ist – als schwuler Sexshop. Über 35 führten sie den Laden und wurden zwischenzeitlich zum größten Verkäufer von Schwulenpornos in den USA, ohne dass ihre drei Kinder davon erfuhren.

Ihre Tochter Rachel Mason hat für Netflix eine Dokumentation über ihre Familie gedreht, die nicht nur vom sagenumwobenen "Buchladen" erzählt, sondern auch von den Spannungen zwischen Eltern und Kindern. Dabei steht vor allem die Beziehung der eigentlich konservativen Karen zu einem ihrer Söhne im Vordergrund, auf dessen Homosexualität sie – trotz ihrer beruflichen Tätigkeit – schrägerweise zunächst ablehnend reagierte. Dennoch ist "Circus of Books" vor allem ein fröhliches Portrait einer außergewöhnlichen Familie.

Hier geht es zur Doku.

Autorin:

Arabella Wintermayr hat Politikwissenschaft studiert und arbeitet als freie Redakteurin beim Fernsehen. Ihre Leidenschaft gilt Filmen und Serien, die sich an die großen Fragen der Gesellschaft trauen.


Autor:

W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.