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Dora Osinde: "Kunden und Agenturen sind in unterschiedlichen Welten unterwegs"

Manchmal gleicht die Partnerschaft von Agenturen und Kunden einer toxischen Beziehung. Im W&V-Podcast "The Perfect Match" mit unserem Kollegen Conrad Breyer erklärt Dora Osinde von Yeah But No, was falsch läuft, und gibt Tipps, wie sich die Zusammenarbeit verbessern lässt.
Dora Osinde: "Kannst du machen, wird dann aber vielleicht nicht so geil"
Dora Osinde: "Kannst du machen, wird dann aber vielleicht nicht so geil"
© W&V / Ogilvy Group

Die Basics klappen schonmal. Anfang der Woche hatten das Marktforschungsinstitut Appinio und die Beratung Yeah But No von Dora Osinde eine Studie zur Zusammenarbeit von Agenturen und Kunden veröffentlicht. Titel: "Die Lage der Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Marken 2025". Klingt boring, ist aber höchst brisant.

Das Ergebnis: Die operative Kooperation zwischen Unternehmen und ihren Agenturen funktioniert in der Praxis reibungslos. 57 Prozent der Befragten bewerteten die Reaktionsgeschwindigkeit ihrer Agenturen als zufriedenstellend; auch Erreichbarkeit und Abstimmungsprozesse passen aus ihrer Sicht. Heißt: Rückmeldungen kommen schnell, Feedback wird umgesetzt, Abstimmungsprozesse funktionieren. Aber?

Appinio: Zusammenarbeit ohne Effekt

Der kreative Output schöpft sein Potenzial nicht aus. Zu selten entstehen Arbeiten, die wirklich Wirkung entfalten - und das obwohl Kreativität für die meisten Kunden als Kriterium (61,9 Prozent) über die Auswahl einer Agentur entscheidet. 41 Prozent der Marketer geben an, dass ihre Kampagnen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Es braucht mehr Creative Impact!

Die Studie "The Better Briefs Projekt" von Pieter-Paul von Weiler in Kooperation mit The Institute of Practitioners in Advertising hatte 2021 ergeben, dass durch ineffiziente Kommunikation zwischen Kunde und Agentur bis zu 30 Prozent des Marketingbudgets verpuffen. In wirtschaftlich angespannten Zeiten wie diesen können sich das weder Unternehmen noch Agenturen leisten!

Der Podcast mit Dora Osinde

Was ist das Problem? Und wie lässt es sich lösen? Darüber habe ich im W&V-Podcast "The Perfect Match" mit Dora Osinde gesprochen, der Chefin von Yeah But No. Kleiner Spoiler vorab: Es geht ganz viel um eine offene Feedback-Kultur und ein besseres Miteinander. Kennt man hierzulande offenbar nicht so.

Dora Osinde und Conrad Breyer auf der dmexco in Köln
© Conrad Breyer

Dora hat ihre Beratung erst vor wenigen Wochen gegründet. Yeah But No bietet Kunden wie Agenturen Unterstützung von der Pitch-Beratung über das Aufsetzen einer Kooperation bis hin zur Projektbegleitung dann im Arbeitsalltag. Und warum sie so heißt? Weil Yeah But No eine Anspielung auf einen von Doras Lieblingssätzen ist: "Kannst du so machen, aber wird dann vielleicht nicht so geil."

Ihr kennt Dora: Sie redet Klartext. Immer - auch wenn sie ihre Fans auf LinkedIn liebevoll als "Mäuse" anspricht (fühl mich abgeholt, miau!). In ihrem ganz eigenen Duktus schreibt die Werberin dort über das, was sie beschäftigt: Wie man Marken am besten führt, Communitys pflegt, Kultur baut. Und sie setzt sich seit Jahren für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion in Agenturen ein, kritisiert Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit.

Das Miteinander angenehmer gestalten

Zuletzt hatte es ihr allerdings besonders die Zusammenarbeit von Kunden und Agenturen angetan. Klar: Ist jetzt ihr Business, aber auch ihr Anliegen. Sie sagt: "Wir sind doch alle mal angetreten, weil wir Lust hatten auf diesen Job. Ich glaube nicht, dass Agenturen ganz schrecklich sind und Marketingleute ganz schrecklich sind. Ich glaube, dass wir unser Miteinander ein bisschen angenehmer machen können." 

Dafür hat Dora mit ihrem Kollektiv an freien Expert:innen bei Yeah But No ein Instrumentarium entwickelt, in das ihre ganze Berufserfahrung einfließt. Dora kennt Kunden- wie Agenturseite. Sie war Social-Media-Managerin bei Zalando, hat das Marketing von Netflix geführt, hat im Ausland gelebt; sie war Global CCO bei Granny und zuletzt CCO von Ogilvy.

Deshalb weiß sie, wie ineffizient es sein kann, wenn sich zwei Parteien zusammenfinden, die sich schlicht nicht kennen. Viel Spaß beim Reinhören!

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