Erlebnis-Shopping:
Der Verkauf des Produktes wird zur Nebensache

Der Onlinehandel zwingt lokale Stores zu Veränderungen, zum Beispiel dem Kunden über Dienstleistungen und Erlebnisse Mehrwert zu bieten. Worauf man dabei achten muss, erklärt unser Gastautor.  

Text: W&V Leserautor

On- und Offline verschmelzen.
On- und Offline verschmelzen.

Durch den Erfolg des Onlinehandels kommen Veränderungen, Herausforderungen, aber auch Chancen auf den Einzelhandel zu. Viele Händler sind unsicher, wie sie sich sicher für die digitale Zukunft aufstellen, wo und in welche Trends sie ihr Geld investieren und welche Kundenbedürfnisse sie zukünftig befriedigen sollen. Sind Kombinationsangebote, große Flagship-Stores sowie kurzfristige Pop-up-Läden die Zukunft? Worauf man auf jeden Fall achten sollte:

Event- und Erlebnisshopping

Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Die Kombination aus Gastronomie und Shopping hat Ikea seit vielen Jahren perfektioniert und lässt jeden Besuch zu einem Ganztagesausflug werden. Bei vielen Kosmetikherstellern kann sich der Kunde gratis schminken lassen und später die genutzten Produkte direkt erwerben. Bei Dyson kann man sich mit dem Staubsauger die Haare föhnen und bei Sportartikelherstellern tatsächlich auf einem Laufband rennen. Der Verkauf des Produktes wird zur Nebensache und der Druck, nur in einen Store zu gehen, um zu konsumieren, verringert sich. Das neue Shoppingerlebnis bleibt bei dem Kunden hängen und ein nachhaltiges Markenbewusstsein entsteht.  

Beratung und Inspiration

Die Konsequenz ist, dass die Kundenberater in Zukunft flexibler und vielfältiger sein und mehrere Jobs gleichzeitig leisten müssen. Gewinnen werden die Einzelhändler, die ihre Mitarbeiter darin am besten schulen, das Kundenerlebnis positiver zu gestalten. Die Digitalisierung kann den Retailern dabei helfen. Ist jedes Produkt beispielsweise mit einem Barcode versehen, kann dieser vom Verkäufer abgescannt werden, um dem Kunden mit Hilfe von Informationen über Verfügbarkeit, Details zur Qualität, Herkunft oder den Vorteilen des Produkts, zu beraten.

Auch die sozialen Medien spielen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Über Influencer, die mit ihren Posts Millionen von Menschen erreichen, holen sich vor allem junge Kunden Inspirationen über die die neuesten Trends. Auch in Filmen und Serien funktionieren Produktplatzierungen hervorragend und werden in Zukunft noch enger mit dem eigentlichen Kauf verknüpft sein.

Mehr Daten – mehr Erfolg

Um die neuen Trends abbilden zu können und den Service zu realisieren, benötigen die Retailer eine große Datenmenge über ihre Kunden und Produkte. Je individueller der Kunde beraten wird und je schneller die Waren verfügbar sind, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass er kauft. Dazu zählen neben den eigenen Bestandskunden, die mit Bestandskundenmarketing wie Newslettern gehalten werden, auch potenziellen Neukunden, die man gewinnen möchte. Im Zuge der Digitalisierung bedeutet Erfolg deshalb: Retail is Data.

Kooperationen mit anderen Firmen, die eine ähnliche Zielgruppe haben, sind ein weiterer Schritt. Der eigene Datensatz kann dabei schnell vergrößert werden, denn nachweislich wachsen Unternehmen, die eine große Anzahl an Daten sammeln und nutzen, deutlich schneller als Firmen, die dies nicht tun. Viele Retailer müssen durch die neuen Trends nicht nur sich, sondern auch das eigene Angebot verändern.

Konstantin Gergianakis

Konstantin Gergianakis

Konstantin Gergianakis ist Geschäftsführer bei MS POS.

 


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W&V Leserautor

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