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Keine Wunschtermine mehr bei DHL

In Zukunft haben Paketempfänger keine Wahl mehr, sich zur gewünschten Zeit beliefern zu lassen. Klammheimlich hat DHL diese Möglichkeit abgeschafft. Stattdessen setzt das Unternehmen auf mehr Digitalisierung. 

Text: Annette Mattgey

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Langfristig war dieser Service der Deutschen Post DHL wohl doch zu anstrengend - oder zu wenig lukrativ. In einem Schreiben an Geschäftskunden machte das Unternehmen nun deutlich, dass es ab 1. Mai nicht mehr die Möglichkeit gibt, sich einen Liefertermin am Abend einzurichten. Das berichtete das Branchenportal Paketda.de als erstes.

Bislang konnten Paketempfänger in Metropolregionen wählen, ob sie  am Abend zwischen 18 und 20 Uhr oder 19 und 21 Uhr beliefert werden wollen. Bereits ein halbes Jahr zuvor war die Wunschlieferung tagsüber eingestellt worden.

Den aktuellen Schritt begründete DHL so: "Die Nachfrage ist weit hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Wir haben uns daher entschieden, den Service Wunschzeit zum 1. Mai 2020 einzustellen und somit aus den Anlagen sowie aus der Vertrags-Leistungsbeschreibung zu streichen. So können wir uns auf die Entwicklung und Weiterentwicklung für Sie relevanterer Services fokussieren."

Für Paketda.de liegt es jedoch nicht am mangelnden Zuspruch der Kunden, sondern an den ungünstigen Preisstrukturen. Wer seinen Warenkorb bei Onlineshops wie z.B. Aponeo.de füllte, musste für die DHL-Abendlieferung 6,95 Euro Aufpreis berappen. Als Paketempfänger, der die DHL-Sendungsverfolgung nutzt, waren 2,99 Euro fällig.

Wie will DHL nun die Kundenzufriedenheit gewährleisten?

Wie will DHL nun die Kundenzufriedenheit gewährleisten? Mit mehr digitalen Services, wie der Auswahl des Wunschorts, Paketstationen und der besseren Verfolgung der Lieferkette. Das wird auch aktuell auf der Facebook-Seite der DHL hervorgehoben.

Das "Live-Tracking" soll noch in diesem Jahr starten. Damit lässt sich nahezu in Echtzeit verfolgen, wo sich das Paket befindet.  Am Morgen erhält der Kunde ein 60- bis 90-minütiges Zustellzeitfenster. Dank Google Maps sieht er die Route des Fahrers. 15 Minuten vor der Zustellung bekommt er erneut einen Hinweis. "Dadurch wird der Paketempfang noch verlässlicher als bisher und die Ankunftszeit für die Kunden besser planbar. Der Empfänger hat dann bis zur Zustellung noch die Möglichkeit, das Paket am Wunschort ablegen oder an einen Wunschnachbarn zustellen zu lassen", so DHL.

Tobias Meyer, Konzernvorstand Post & Paket Deutschland, erläutert dazu: "Damit knüpfen wir direkt an unsere im Oktober verkündete Konzernstrategie 2025 an, in der die weitere Digitalisierung unserer Produkte und Dienstleistungen ein Kernelement bildet. Das Digitalisierungsprogramm unterstützt unsere Qualitätsinitiative: Wir machen unsere Leistungen einfacher nutzbar, Sendungsinformationen unmittelbar zugänglich und unsere Qualität damit transparenter."


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 


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