Erhebung zu Sprachsteuerung:
Alexa-User lieben Pupsgeräusche und Tierlaute

Laut einer Studie der Berliner Digitalagentur Beyto nutzen die Deutschen den Amazon-Service Alexa weniger zur Erleichterung als vielmehr zur Erheiterung des Alltags. Das sind die zehn beliebtesten Skills.

Text: Marina Rößer

Die Möglichkeiten, die virtuelle Sprachassistenten bieten, scheinen noch nicht im Bewusstsein der Nutzer angekommen zu sein.
Die Möglichkeiten, die virtuelle Sprachassistenten bieten, scheinen noch nicht im Bewusstsein der Nutzer angekommen zu sein.

"Alexa, mach ein Pups-Geräusch!" So oder so ähnlich lautet einer der beliebtesten Befehle, die Amazon-Alexa-User dem Smart-Home-System geben. Die Berliner Digitalagentur Beyto die sich auf Voice-Anwendungen und Künstliche Intelligenz spezialisiert hat, hat den Alexa-Skill-Store unter die Lupe genommen, um herauszufinden, wie die Deutschen Voice und Smart-Speaker tatsächlich nutzen.

Nur begrenzt nützliche Skills in den Top Ten

Seit Mai 2019 lassen sich auch in Deutschland die Alexa Skills dank In-Skill Purchasing monetarisieren. Die Top-Ten werden jedoch nicht etwa von praktischen Anwendungen beherrscht, die den Alltag erleichtern. Mit der Ansage des TV-Programms, dem aktuellen Abfallkalender, einem Wörterbuch und Kochrezepten via Chefkoch schaffen es immerhin vier Skills mit praktischem Nutzwert ins Ranking. Das Thema Shopping, in das die größten Hoffnungen gesetzt wurden, sucht man dagegen vergeblich. Stattdessen finden sich unter den am häufigsten bewerteten Skills gleich zwei Anwendungen, die das gute alte Furzkissen wieder aufleben lassen. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Tiergeräusche aller Art.

Ein Überblick über die am häufigsten bewerteten Alexa-Skills.

Ein Überblick über die am häufigsten bewerteten Alexa-Skills.

Der Hype ist noch nicht zur Realität geworden

Die vollständige Erhebung der Voice-Spezialisten lässt sich gegen Anmeldung hier herunterladen. Die Berliner vergleichen die Entwicklung, die sie aus den Ergebnissen ableiten, mit den App-Anfängen: Auch hier wussten Anbieter und Nutzer zu anfangs noch nicht so recht, wie sie die neuen Möglichkeiten nutzen sollten. Damals zählten zu den beliebtesten Smartphone-Apps ebenfalls Pups-Apps und Spielereien wie das Anzeigen von sich leerenden Biergläsern oder Zippo-Feuerzeugen. Der Audience müsse einfach noch etwas Zeit gegeben werden, bis auch hier ein Milliarden-Geschäftsfeld entsteht, so die Einschätzung der Agentur. Auch Voice-Experte Malte Kosub rät Unternehmen dringend, auf Skills zu setzen, bevor der Hype kommt.

Andere Studien unterstützen die These, andere widerlegen sie: Laut dem Capgemini Research Institute ziehen die Deutschen die Bots menschlichen Beratern mittlerweile sogar vor. Eine Umfrage im Vorfeld der Dmexco hingegen ergab, dass die Smart-Speaker eher als Eindringlinge im heimischen Wohnzimmer gesehen werden. Hier mangelt es vor allem an Vertrauen bezüglich der Datensicherheit.


Autor:

Marina Rößer © privat
Marina Rößer

ist als Redakteurin im Agenturressort der W&V tätig. Die Diplom-Politologin hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt sie beim Kochen und Fotografieren aus und bringt sich zudem Designthemen bei.


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