Quartalszahlen:
Wegen Corona: P&G gibt im Marketing Vollgas

In einer Krise ist Werbung wichtiger denn je, predigen Branchenvertreter seit Beginn der Corona-Pandemie. Procter & Gamble tut genau das - unter anderem, weil Menschen jetzt mehr Medien nutzen als je zuvor.

Text: W&V Redaktion

P&G rührt mächtig die Werbetrommel für seine Hygieneprodukte
P&G rührt mächtig die Werbetrommel für seine Hygieneprodukte

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble hat seine Marketingausgaben im vergangenen Quartal um mindestens 100 Millionen US-Dollar erhöht. Das sagte Finanzchef Jon Moeller bei einem Hintergrundgespräch mit der Presse. Gleichzeitig sparte das Unternehmen im selben Zeitraum im Marketing 200 Millionen Dollar an Verwaltungskosten, an Budgets für Media- und Kreativagenturen sowie an Produktionskosten ein.

In Zeiten wie diesen müsse man die Werbeaktivitäten eher erhöhen statt drosseln, zitiert das Marketing-Portal AdAge den P&G-Finanzchef. Denn nie zuvor hätten die Menschen Medien so intensiv genutzt wie zur Zeit, um sich und die Familie zu unterhalten oder einfach nur zu überleben. Zudem seien die Ausgaben für Hygiene und Gesundheit durch Corona massiv gestiegen.

Die aktuellen Quartalszahlen geben Moeller recht. Die organischen Umsätze wuchsen um neun Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte um 19 Prozent zu. Befürchtungen, dass die US-Konsumenten inmitten der Corona-Krise eher zu günstigen No-Name-Produkten statt zur teuren Markenware wie Tide, Olay, Bounty oder Charmin greifen werden, hat der Konzern nicht. Die Menschen würden im Gegenteil eher verstärkt zu Marken greifen, denen sie in angespannten Zeiten wie diesen vertrauen. Darüber hinaus könnten die Verbraucher Gelder nutzen, die eigentlich für Unterhaltung, Reisen, Restaurantbesuche oder Klamotten eingeplant gewesen wären.

Entsprechend positiv sieht P&G auch in die Zukunft. Das Unternehmen hat die Erwartungen für sein organisches Umsatzwachstum von zwei bis vier auf vier bis fünf Prozent erhöht. Nur in einer Kategorie leidet der FMCG-Hersteller. Weil sich Männer im Home Office weniger rasieren, kaufen sie weniger Gilette-Klingen als noch vor Corona.



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Autor: W&V Redaktion

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