Künstliche Intelligenz:
Deutsche Bahn schickt Service-Roboter an den Berliner Hauptbahnhof

"Semmi" heißt der sozial-intelligente Roboterkopf der Deutschen Bahn. Er schenkt Reisenden ein Lächeln und beantwortet ihre Fragen. Und zwar im Juni, im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs.

Text: Rolf Schröter

FRAnny alias Semmi, die künstliche Intelligenz, im Gespräch mit einem Reisenden
FRAnny alias Semmi, die künstliche Intelligenz, im Gespräch mit einem Reisenden

Hinter "Semmi" steht ein KI-basierter digitaler Assistent, der von der Deutschen Bahn entwickelt worden ist. Eigentlich heißt Semmi FRAnny. Die seltsame Schreibweise kommt daher, dass FRAnny in Kooperation mit der Fraport AG fit für den Feldversuch am Frankfurter Flughafen gemacht wurde. Und der hat bekanntlicherweise das Kürzel FRA. Warum

Im Juni folgt der erste Test am Bahnhof: im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs, der täglich rund 300.000 Reisende und Besucher zählt. Der Feldversuch am Frankfurter Flughafen schein geklappt zu haben. "Gibt es hier WLAN?" - "Wo ist mein Gate?" - "Wo bekomme ich Kaffee?" Diese wichtigsten aller Fragen waren für FRAnny kein Problem. Und er (der Roboter) beziehungsweise sie (der Roboter mit der Frauenstimme) lächelt immer.

FRAnny steht im Rahmen eines mehrwöchigen Tests ab sofort den Passagieren des größten deutschen Flughafens Rede und Antwort. Anfang Juni startet dann Semmi im Reisezentrum des Berliner Hauptbahnhofs. Die beiden Roboterdamen beantworten häufig gestellte Fragen und das mehrsprachig. Sie entlasten so die Servicemitarbeiter, die mehr Zeit für die intensive Beratung der Reisenden haben. Außerdem soll Semmi Wartezeiten reduzieren helfen, vor allem in den Stoßzeiten.

Die Deutsche Bahn setzt den Roboter Semmi mit künstlicher Intelligenz in Berlin ein

So funktioniert Künstliche Intelligenz bei der Deutschen Bahn

Das Herzstück von FRAnny ist ein künstlich intelligentes, cloudbasiertes Sprachdialogsystem, das grundsätzlich unabhängig vom äußeren Erscheinungsbild eingesetzt werden kann – egal ob als Chatbot, Sprachassistent oder Roboter. Neben Informationen zum Flug beherrscht FRAnny auch Small Talk und kann sich mit Reisenden auf Deutsch, Englisch und in sieben weiteren Sprachen unterhalten.

Fraport und die Deutsche Bahn untersuchen gemeinsam seit 2017 das Potential künstlich intelligenter Sprachsysteme im Kundenservice. Im Frühjahr 2018 fand bereits ein erster Pilotversuch am Flughafen Frankfurt mit dem Vorgängermodell des Roboters statt. Der vierwöchige Feldversuch war sehr erfolgreich: Nach etwa 4.400 Interaktionen bewerteten 75 Prozent der Passagiere ihren Austausch mit FRAnny positiv. Basierend auf dem Feedback der Fluggäste wurden sowohl die künstliche Intelligenz als auch die Roboter-Benutzeroberfläche optimiert.


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Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Mitglied der Chefredaktion und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.


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