Radio Advertising Summit:
"Es gibt durchaus Grund für Optimismus"

Wie geht es nach dem Corona-Jahr wirtschaftlich weiter? Das haben Media-Expertin Katja Brandt und Ökonom Marcel Fratzscher auf dem Radio Advertising Summit verraten. Und machten in ihrem Vortrag Hoffnung.

Text: Julia Gundelach

Katja Brandt, DACH CEO von Mindshare und Ökonom Marcel Fratzscher auf dem Radio Advertising Summit.
Katja Brandt, DACH CEO von Mindshare und Ökonom Marcel Fratzscher auf dem Radio Advertising Summit.

Das Corona-Jahr hat Spuren hinterlassen. Nun stellt sich die Frage, wie es wirtschaftlich in Deutschland und Europa weiter geht. Wird es einen Konsumrausch geben, wenn wir alle geimpft sind? Damit der Restart für die besonders betroffenen Branchen gelingt, muss der Konsum schnellstmöglich wieder angekurbelt werden. Wie die Prognosen aussehen und welche Strategien dabei erfolgversprechend sind, um Konsumenten im New Normal effektiv zu aktivieren, haben Media-Expertin Katja Brandt, DACH CEO von Mindshare, und Ökonom Marcel Fratzscher auf dem Radio Advertising Summit verraten.

Unternehmen müssen sich an New Normal anpassen

Fratzscher machte ein wenig Hoffnung: Es gebe Grund zu Optimismus, so der Ökonom. Das große Ziel sei es, dass die Menschen ihren Sommerurlaub genießen könnten - und dafür stünden die Chancen nicht schlecht. Das könne sogar einen Wirtschaftsboom mit sich bringen. Denn der private Konsum sei in den vergangenen Monaten eingebrochen, die Sparquote gestiegen. In dem Moment, wo die Geschäfte wieder öffnen, die Cafés und Bars, werden die Menschen auch hingehen. Das führe zu einem Boom, der bis Ende des Jahres anhalten könnte. Wird unser Leben denn jemals wieder so sein wie vorher? Ja, sagt der Experte. Aber mit Veränderungen - auch wenn es sicherlich eine Rückverlagerung hin zu physischen Erlebnissen geben wird, werden wir nicht mehr dort hinkommen, wo wir einmal waren. Die Bedeutung des Online-Shoppings wird höher bleiben, als vor der Pandemie. Und auch die Bedeutung des Homeoffice. Für die Wirtschaft heißt das auf der einen Seite eine Chance, für andere eine Bedrohung. Die Wirtschaft muss sich den veränderten Verhaltensweisen anpassen. Mit urbanen Konzepten, neuen Mobilitätsangeboten und einem breiter gedachten Angebot könne das gelingen.

Auch Media-Expertin Katja Brandt gab sich optimistisch für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei würden insbesondere die Bereiche wachsen, die von der Umstellung ins digitale profitieren: Streaming, Gaming, aber auch etwa Unternehmen wie Peloton, die eine gewisse Offenheit für ein ganz neues Thema geschaffen haben. Marken empfiehlt Brandt, vor allem das Thema Vertrauen aufrecht zu erhalten, für das Versprechen der Marke zu werben. Dabei ginge es nicht um antizyklisches Verhalten, sondern darum, sein strategisches Unternehmensziel mit der gleichen Konsequenz zu verfolgen. Das würde auch nach der Krise belohnt. Letztlich, so Fratzscher, hat die Krise dazu geführt, dass wir nun einen Kurswechsel einschlagen - einen, den wir sonst erst in zehn Jahren vorgenommen hätten.

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