Lebensmittel-Onlinehandel:
Amazon Fresh geht in München an den Start

München ist das dritte Liefergebiet für Amazon Fresh. Heute geht der Dienst an den Start. Amazon setzt stark auf regionale Lieferanten, etwa vom Viktualienmarkt. 

Text: Verena Gründel

Amazon hat in München-Daglfing ein Depot unter anderem für Amazon Fresh eingerichtet.
Amazon hat in München-Daglfing ein Depot unter anderem für Amazon Fresh eingerichtet.

Im Münchner Stadtgebiet können Prime-Mitglieder ab sofort ihre Lebensmittel bei Amazon Fresh bestellen. 300.000 Artikel bietet die Plattform, davon sind 100.000 Lebensmittel. Amazon stellt das Produktangebot bewusst lokal auf. Unter den Lieferanten sind gut 20 ortsansässige Läden wie Dallmayr, Elly Seidl, Zimtschneckenfabrik, Frischeparadies und einigen Stände des Viktualienmarkts. 

Amazon Fresh ist auch in München nur für Prime-Mitglieder verfügbar, die zusätzlich ein monatliches Fresh-Abo für 9,99 Euro abschließen. Darin sind unbegrenzt viele Gratis-Lieferungen enthalten. Allerdings müssen Kunden einem Mindestbestellwert von je 50 Euro erreichen. Im Gegensatz zu Amazon Prime Now richtet sich Fresh damit an Kunden, die online ihren Wocheneinkauf erledigen wollen. 

In den USA stellt Amazon Fresh teilweise ein

In Berlin und Potsdam ist der Bestelldienst seit Mai verfügbar. In Hamburg seit Juli dieses Jahres. Beide Städte werden vom Berliner Lager aus bedient, für München richtet der Konzern ein eigenes Fresh-Depot im Stadtteil Daglfing ein, von dem aus auch Prime-Now-Lieferungen rausgehen. 

Während der Händler das Lebensmittel-Lieferangebot in Deutschland weiter ausbaut, zieht er sich in seinem Heimatmarkt den USA bereits wieder zurück. Wie Recode berichtet, stellt er Fresh in mindestens neun Bundesstaaten zumindest teilweise ein, darunter auch Kalifornien. Etliche Kunden hätten von Amazon die Mitteilung bekommen, dass Amazon Fresh die Lieferung in ihrer Nachbarschaft einstelle. 

Amazon zahlt Händlern Gelder nicht aus

Außerdem wurde jetzt bekannt, dass Amazon seit gut einer Woche Gelder nicht mehr an Händler auszahlt - aber erwartet, dass diese weiterhin liefern. Dieses Vorgehen nutzt Amazon zwar häufiger als Druckmittel, wenn ein Händler seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. 

In den aktuellen Fällen aber hat Amazon das Geld nicht ausgezahlt, auch wenn der Fall geklärt war. Stattdessen weist das System dem Händler einen "Status in Bearbeitung" aus, wie der Verband BVOH berichtet. Trotzdem fordert Amazon die Händler auf, Ware weiter rauszuschicken. Auch in Großbritannien trat dieses Problem auf.



Autor: Verena Gründel

ist seit 2017 bei W&V, zuerst als Redakteurin im Marketingressort, jetzt als Mitglied der Chefredaktion. Sie schreibt am liebsten über Food-, Fitness-, Kosmetik- und Digitalthemen - und über spannende Marken- und Transformationsgeschichten. Wenn daneben noch Zeit bleibt, kocht und textet sie für ihren Foodblog und treibt viel Sport. Wenn sie länger frei hat, reist sie mit dem Auto durch die Welt, am liebsten durch Lateinamerika.


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