Daten, Daten, Daten

Daten sind das Gold der Neuzeit. Deren richtige Kombination der ultimative Höhepunkt. Stimme ich dem Datenschutz zu, sammelt das Smartphone permanent Daten von mir und über mich: Wo ich wie lange bin, was ich mache, wie das Wetter ist, wie lange ich Sport treibe... die Möglichkeiten sind grenzenlos. Warum werden diese Daten, wenn die Zustimmung vorliegt, beispielsweise nicht für die Konzeption von auditiven Inhalten verwendet?

Wer morgens zehn Minuten zur Arbeit braucht, kann keinen News-Podcast von 20 Minuten Länge hören. Wer sich mehr für Sport und Wirtschaft interessiert, kann mit Politik und Kultur nichts anfangen. Es wird u.a. für Publisher Zeit, individuellen, datengetriebenen Audio-Content anzubieten. Geht nicht? Geht doch! Bei Werbeausspielungen funktioniert das Prinzip grundsätzlich bereits. Nutzer in Hamburg erhalten bei Sonnenschein anderen Werbecontent als Nutzer bei Regen in München.

Relevanz & Mehrwert

Wirklichen Mehrwert und Relevanz bieten derzeit die wenigsten auditiven Content-Formate. Dabei könnte die Lösung so einfach sein. Erlauben wir beispielsweise den Zugriff auf den Kalender, kann Content individuell und mit Mehrwert für uns zur Verfügung gestellt werden.

Für den bevorstehenden Zahnarztbesuch gäbe es dann Entspannungsinhalte für die Dauer der Behandlung oder Tipps und Tricks, um die Panik vor dem Zahnarzt zu lindern. Und die Vorfreude auf die bevorstehende Urlaubsreise würde mit Infos zum Reiseziel oder personalisierten Vorschlägen für den Zeitvertreib während des Fluges gesteigert. Das wäre echter, relevanter Mehrwert!

Retargeting

Warum nicht Retargeting per Audio realisieren? Das Smartphone weiß, was ich gerade gesucht habe und wäre in der Lage, mir auditive Inhalte hierzu auszuspielen: Wenn ich beispielsweise in Erwägung ziehe Joggingschuhe zu kaufen und dazu recherchiere. Würde mir ein Sportartikelhersteller auf dieser Basis auditive Tipps ausspielen, worauf ich achten muss und welches Modell sich für welche Joggingstrecke eignet: Das wären nützliche Infos mit Relevanz und Mehrwert – die mich zeitgleich emotional an die Marke binden und für einen Kauf sorgen könnten. Im Idealfall Voice-controlled und mit einem lokalen Händler verknüpft.

Science-Fiction 

Auditiver Content bleibt derzeit noch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Meine Gedanken sind dennoch keineswegs Science-Fiction. Laut Expertenmeinung ist alles ohne Probleme technisch umsetzbar. Sogar die Kosten für die Technik halten sich im Rahmen und sind überschaubar. Der Mehrwert für Kunden und Hörer jedoch wäre unschätzbar – und der Effekt für Unternehmen und Marken deutlich spürbar.

Erfolgreiche auditive Markenbindung, Markenbildung sowie Content-Erstellung müssen sich einer datengetriebenen Herangehensweise öffnen. Daran kommt niemand mehr vorbei. Nur durch sie wird nachhaltig Mehrwert und Relevanz generiert.

In diesem Sinne: Einfach machen!


Autor:

Stephan Schreyer

Stephan Schreyer berät Unternehmen zum Thema Audio & Podcast. Für den Audioapostel sind Strategie und Konzept das Maß aller Dinge.