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Replatforming: Wenn die Commerce-Plattform zum Engpass für das Wachstum wird
Die Kampagne ist geplant, das Budget freigegeben, doch der Gutscheincode lässt sich ohne Entwicklerticket nicht anlegen. Der neue Tracking-Pixel wartet seit Wochen auf ein Deployment. Szenen wie diese sind in vielen Marketingteams Alltag und oft das erste Signal dafür, dass die Commerce-Plattform zum Engpass geworden ist.
Ein Replatforming, also der Wechsel auf eine neue E-Commerce-Plattform, wird selten aus Begeisterung für neue Technologie angestoßen. Meist verdichten sich konkrete Signale: Kunden beschweren sich über lange Ladezeiten oder einen umständlichen Check-out. Content-Manager verlieren Zeit mit Prozessen, die eigentlich Entwicklerressourcen brauchen. Produktdatenmanager kämpfen mit Katalogen, die sich nicht effizient pflegen lassen. Im Hintergrund steigen die Total Cost of Ownership, während der Umsatz stagniert. Hinzu kommen härtere Faktoren: Skalierungsprobleme bei Kampagnen-Peaks, Software am End of Life oder Artikel 32 der DSGVO, der Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik verlangt. Wer solche Signale ignoriert, riskiert nicht nur Umsatz, sondern auch rechtliche Konsequenzen.
Nicht jedes Signal verlangt den kompletten Wechsel
Ein neues Storefront-Theme verbessert Ladezeiten und Nutzererfahrung. Ein Content Delivery Network (CDN) liefert Bilder, Skripte und Videos über weltweit verteilte Server aus, sodass Inhalte vom geografisch nächsten Standort kommen und Seiten spürbar schneller laden. Eine externe Suche oder eine Recommendation Engine hebt die Conversion Rate, ein dediziertes PIM oder CMS entlastet die Content- und Produktdatenpflege, ohne dass das Backend ausgetauscht wird. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, das zugrunde liegende Problem zu identifizieren, bevor man ein Replatforming startet.
In vier Phasen zum neuen System
Steht der Wechsel fest, hängt der Erfolg vor allem von der Vorbereitung ab. Der Prozess gliedert sich in vier Phasen:
- Entscheidung: Signale erkennen, Ziele und KPIs definieren, Plattform und Partner wählen, Business Case rechnen.
- Analyse: Den Ist-Zustand technologisch und funktional erfassen, Stakeholder, Wettbewerber und Zielgruppen verstehen.
- Konzeption und Umsetzung: Projektmanagement, Storefront, Integrationen und Datenmigration, abgesichert durch einen belastbaren QA-Prozess.
- Testing und Go-Live: SEO und Analytics umziehen, Smoke- und End-to-End-Tests durchführen, den Go-Live strukturiert takten.
Von der Weichenstellung bis zum Go-Live: Die ersten beiden Phasen entscheiden über den Projekterfolg, bevor die erste Zeile Code entsteht. creativestyle (Grafik KI generiert)
creativestyle GmbHGerade der SEO-Umzug wird häufig unterschätzt: Fehlende Redirects nach dem Go-Live kosten Sichtbarkeit, die über Jahre aufgebaut wurde.
Ob sich das Vorhaben rechnet, zeigt der Business Case. Im Rechenbeispiel des Leitfadens ergibt sich je nach Szenario ein Return on Invest zwischen 1,5 und 6,5 (siehe Grafik). Wichtig ist, konservativ, realistisch und optimistisch zu rechnen, nie nur den besten Fall.
Drei Szenarien, ein Ergebnis: Der Business Case zeigt, ob sich das Replatforming rechnet. creativestyle (Grafik KI generiert)
creativestyle GmbHZwei Fehler, die sich vermeiden lassen
Der häufigste Fehler in der Praxis: Unternehmen lassen sich von Trends wie Headless Commerce oder Microservices blenden, obwohl ihr Geschäftsmodell diese technische Komplexität nicht braucht. Ebenso riskant ist es, zu viele Agenturen und Teams gleichzeitig einzubinden: Jeder zusätzliche Partner erhöht den Koordinations- und Abstimmungsaufwand und verzögert das Projekt.
Warum Projekte wirklich scheitern, bringt der Autor des Leitfadens auf den Punkt: „Wenn ein Replatforming schiefgeht, liegt es fast nie an der Technologie. Es liegt daran, dass die Anforderungen nie sauber definiert wurden, dass niemand die Verantwortlichkeiten geklärt hat und dass das Change Management vergessen wurde", sagt Karol Schoensee, E-Commerce Consultant bei der creativestyle GmbH in München.
Sein kostenloser Leitfaden „E-Commerce Replatforming" begleitet E-Commerce Owner, Manager und Agenturen auf 188 Seiten durch alle vier Phasen, von der Signalerkennung bis zur Go-Live-Agenda, mit Checklisten, Praxisbeispielen und Business-Case-Rechnungen. Er steht ohne Anmeldung online zum Lesen und als PDF zum Download bereit.