Das Studio Display bietet nicht genug

Ganz anders sieht es beim neuen Apple-Bildschirm aus. Nicht nur das Wall Street Journal bemängelt: "Für 1.599 Dollar bekommt man nicht das, wofür man bezahlt." Kritikwürdig sind demnach vor allem die veraltete Bildschirmtechnik ohne HDR, ohne ProMotion mit 120 Hz – und der Aufpreis von 460 Euro für einen anständigen Ständer, der sich sowohl in der Neigung als auch in der Höhe verstellen lässt. The Verge hadert: "Hier kauft man eine Bildschirm-Technologie, die der Entwicklung bedauerlicherweise hinterherhinkt." Fazit vieler Tester: Das Studio Display liefert sicherlich gute Bildqualität – bietet fürs viele Geld aber einfach zu wenig.

Apple will die schwache Kamera updaten

Lob gibt es allgemein für die exzellente Klangqualität der sechs Lautsprecher des Bildschirms. Die eingebaute 12-MP-Webcam liefert laut The Verge dagegen "schreckliche" Bilder. Hier handelt es sich aber offenbar um ein Softwareproblem, das Apple mit einem Update beheben will. Denn auch das ist neu: Weil das Studio Display mit seinem A13-Chip quasi ein eigener Computer ist, gibt es auch Software-Aktualisierungen – und Abstürze. Wer von den Kritiken ernüchtert ist und Alternativen sucht: LG bringt im April sein erstklassiges (aber weniger hübsches) UltraFine-Display mit 5K und ganz ähnlicher Technik zurück. Es ist mit 1.299 Dollar um 300 Dollar (also in Deutschland eher 350 bis 400 Euro) günstiger als der Apple-Bildschirm. Und es kommt serienmäßig mit Ständer, der sich sowohl in der Höhe als auch in der Neigung verstellen lässt.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.