Selbst im digitalen Bereich, wenn es etwa um das Handling von Kampagnen auf Google und Facebook geht, ist der manuelle Aufwand groß. In Pitches kommt es auf Konditionen an, mit denen große Agenturen durch Subventionierung aus anderen Bereichen punkten. Blackwood Seven sei bei den Konditionen für das Kampagnenmanagement schlicht nicht gewillt, zu den Konditionen der großen Agenturen, die bei qualifiziertem Personal nicht kostendeckend sein können, zu bieten, sagt Schwabe.

Das neue Kerngeschäft

Deshalb fokussieren die Softwareanbieter nun auf die strategische Planung, das Erfolgsmonitoring und die Prognose der Ergebnisse – sprich auf ihre Plattformlösung mit Beratung. Etwas, das sich skalieren lässt. Schwabe sieht den Vorteil von Blackwood Seven in der Tatsache, dass die Software ihre Entscheidungen komplett unabhängig trifft. Was zählt, ist nur die Effizienz. Rahmen- und Garantievereinbarungen mit Medienhäusern, wie sie Mediaagenturen abschließen, spielen keine Rolle.

In dieser Unabhängigkeit sieht Schwabe auch das wichtigstes Verkaufsargument. Damit tourt er jetzt als neuer globaler CMO um die Welt. Das operative Geschäft in Deutschland hatte er im November an Bernhard Becker und Thorsten Stork abgegeben. Becker kam von Mediaplus. Stork leitete zuvor die Mediaagentur Zenith.

Warum der Weg richtig ist

Die Änderung der Strategie ist auch nötig. Denn Sales-Modeling ist alles andere als neu. Die Verfahren, mit denen die Auswirkungen auf den Abverkauf anhand der Mediaspendings und der Planung berechnet werden, existieren seit den 80er Jahren. Nur Blackwood Seven macht allen vor, wie diese Prozesse quasi in Echtzeit ablaufen können.

Kein Wunder, dass Mediaagenturen seit etwa zwei Jahren in neue Daten-Tools investieren. Daneben sehen IT-Konzerne und Unternehmensberater einen Ansatz für neue Geschäfte.

Was von Seiten der Konkurrenz droht, lesen Sie im aktuellen Kontakter (Ausgabe 2/2018). Zum Heft geht es hier.


Autor: Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.