"Die ersten zwei Jahre liefen bei uns auf Social Media komplett ohne Ads. Wir haben da einfach Leute gefunden, die selbst Lust darauf hatten, unsere Streusel zu verwenden und das Ergebnis dann natürlich auch auf Social Media zu teilen."

Heute arbeiten bei Super Streusel an die 75 Personen, die Arbeit auf Social Media ist professioneller geworden - bezahlte Creator und Kampagnen gehören inzwischen dazu. "Wir entscheiden auch heute noch viel aus dem Bauchgefühl heraus, was funktioniert und mit wem. Bei manchen Creators haben wir natürlich auch Geld verbrannt, meistens aber sind wir zufrieden mit den Conversions", erklärt Sichting.

Was Zahlen können - und was nicht

Bauchgefühl - das reichte Jennifer Schäfer bei der Gründung von Unmilk nicht aus. Bevor sie mit der Marke um pflanzenbasierte, glutenfreie Proteindrinks und Pflanzenmilch 2020 auf den Markt ging, testete sie akribisch per "Factor Clicking" auf Social Media. Kommt Sojamilch besser an oder Hafer? Welches Design fällt auf und welches unter den Tisch? Erst als sie dafür Kennzahlen generiert hatte, ging sie auf Molkereien zu, produzierte erste Stückzahlen und pitchte ihr Produkt vor großen Einzelhändlern.

Als Erstes konnte Rossmann überzeugt werden - drei Monate lang listeten 20 Filialen das Produkt. Zeitgleich schaltete Schäfer Ads auf Social Media, ganz gezielt für die Zielgruppe veganer Sportler und Sportlerinnen, im drei Kilometer-Radius zu den Geschäften mit einem Location-Finder direkt in der Ad. Das Konzept ging auf: Innerhalb eines Monats war Unmilk bereits ausverkauft. Heute gibt es Unmilk im eigenen Online-Shop sowie in 2.200 Rossmann Filialen, der Vertrieb verläuft entsprechend 20 zu 80 Prozent.

Schäfer blickt auf viele Learnings zurück, maßgeblich auch: Zahlen sind nicht alles. Auf Social Media sorgten ein Verpackungsdesign und Logo, das auf den Produkten vollständig auf dem Kopf stand, dass die Mehrheit bei der Ad stoppte und sich diese genauer ansah. Was im online Handel gut funktioniert - sorgt stationär für Verwirrung. Wer im Supermarkt das Produkt nicht versteht, weil er oder sie es nicht sofort lesen kann, lässt es stehen. Mit der Handelsexpertise von Rossmann zusammen steht heute nur noch das Logo von Unmilk auf dem Kopf - alles andere ist klar lesbar. (Artikel erschien zuerst bei Internet World.)

Autorin: Eliza Hahnenstein


Super Streusel ist einer von fünf Filialisten des D2C-Awards; sie pitchen ihr Unternehmensmodell beim Moonova Satellite-Event "D2C Club" in der Düsseldorfer Seifenfabrik am 24. und 25. Oktober.


Autor: W&V Redaktion

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