Gabriela Rodrigues, Chefin der führenden brasilianischen Agentur Soko, erklärt: "Wir wissen, dass unabhängige Agenturen und unabhängige Karrieren derzeit seltener in die Jurys gewählt werden. Wir wissen, dass eine Lions-Vergangenheit ein wichtiger Faktor bei der Auswahl eines Jurors ist. Aber sind dies die besten Indikatoren für Kreativität? Und will das Festival damit die von ihm so sehr gepredigte Inklusion und Repräsentation in die Praxis umsetzen?"

Ihre zentrale Forderung: "Wir wollen, dass die klugen Schwarzen, die es auf dem brasilianischen Markt - und auch außerhalb Brasiliens - gibt, eine echte Chance bekommen." Der Clube de Criação do Brasil, eine Organisation brasilianischer Kreativer, wird erstmals von einer schwarzen Frau geführt. 

Cannes-Lions-Chef Simon Cook verspricht, man werde "für eine bessere Vertretung auf globaler Ebene sorgen - und auf lokaler Ebene, insbesondere in Brasilien. Bislang haben wir uns auf Inklusivität und Repräsentation auf globaler Ebene konzentriert, wobei der Anteil Schwarzer Menschen von 8 % im Jahr 2021 auf 13 % in diesem Jahr und der Anteil farbiger Menschen von 37 % auf 47 % gestiegen ist. Dies sind Schritte in die richtige Richtung auf globaler Ebene."

Die Kriterien der Jury-Besetzung werde man in Zukunft "überprüfen, die Transparenz in Bezug auf die Vertretung in den Ländern erhöhen und sicherstellen, dass die Jurys auf Länderebene repräsentativ für die Gesellschaft sind".


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.