Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Zyklus-Apps im Test: So werden Frauen überwacht

Die Anbieter von Zyklus-Apps sammeln zu viele Daten der Nutzerinnen und verkaufen diese auch noch an Facebook und andere Werbefirmen. Apple und Google kommen in einer Studie aber mit einem blauen Auge davon.
© W&V

Zyklus-Apps im Test: So werden Frauen überwacht

Menstruations- und Zyklus-Apps stoßen seit Langem auf Kritik und Skepsis – weil die Anbieter zu viele Daten der Nutzerinnen sammeln und diese auch noch an Facebook & Co. verkaufen. Seit dem Abtreibungsurteil des obersten US-Gerichtshofs löschen deshalb Millionen von Frauen in den USA ihre Zyklus-Apps vom Handy – weil sie befürchten, dass ihnen Gerichte mit den Daten eine mögliche Abtreibung nachweisen können (W&V berichtete). Eine Studie der gemeinnützigen Mozilla-Stiftung, die auch den Firefox-Browser herausgibt, zeigt nun, wie beängstigend neugierig diese Apps tatsächlich sind. Dabei erhalten 18 von 25 getesteten Programmen den Warnhinweis "Datenschutz nicht inbegriffen".

Sammelwut reicht bis hin zu sexuellen Aktivitäten

Zu den kritischen Apps gehören die Programme von Marktführer Flo und von Philips, aber auch bekannte Produkte wie "Babycenter", "Period Tracker" oder "My Calendar Period Tracker". Die meisten dieser Apps, denen Millionen von Nutzerinnen vertrauen, um Menstruationszyklen und Eisprungfenster zu verfolgen, Schwangerschaften zu planen und Schwangerschaftssymptome zu überwachen, sammeln große Mengen persönlicher Daten. Die Sammelwut reicht bis hin zu sexuellen Aktivitäten, Hobbys oder Berufsausbildung – was die Informationen für Werbeverkäufer wie Facebook enorm interessant und lukrativ macht.

Kein Warnhinweis für Apple und Google

Positive Beispiele gibt es auch: Die Zyklus-Apps von Apple auf seiner Watch, von Google-Tochter Fitbit oder von Garmin kommen ohne Warnhinweis davon. Die Privatsphäre der Nutzerinnen überzeugend schützt aber nur ein Anbieter. Euki (iOS, Android) ist die einzige App der Kategorie "Überwachung von Periode und Schwangerschaft", die einen Platz in Mozillas "Best Of"-Liste erhalten hat. Das Programm der weltweit aktiven Frauenschutz-Organisation Women Help Women speichert Daten nur lokal auf dem Smartphone. Und es bietet clevere Funktionen: Wenn eine Frau beispielsweise von einem übergriffigen Partner dazu genötigt wird, ihm ihre Zyklus-Daten zu zeigen, gibt es einen Notfallmodus, der komplett falsche Werte aufs Display bringt.

Das sind die Themen von TechTäglich am 18. August 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

Kennst du eigentlich schon unser KI-Update? Einmal pro Woche die wichtigsten Veränderungen zu KI im Marketing. Einordnung, Strategie, News, direkt in dein Postfach

Wie funktioniert eigentlich Tiktok? Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt dir die aktuelle Ausgabe des W&V Executive Briefing zum Thema Tiktok.

Neueste Beiträge

Brand Diagnostics
WuV Community Icon Reality-TV mit Glamour: Warum Marken auf das HeidiFest aufspringen
Wo Heid Klum auftaucht, gehen die Kameras an. Das Topmodel sorgt mit dem HeidiFest in München auch in diesem Jahr für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff im TV und auf Social Media. Marken wie Lego und Milka sowie Sportalm, Intimissimi und Aigner springen auf den Zug auf.
4 Minuten
22. Sep 2026
Markenplattform „Simply Italian“
WuV Community Icon Mehr Lufthansa, betont italienisch: ITA Airways wirbt mit Sharon Stone
ITA Airways ersetzt den klassischen Hero-Film durch 15 modular einsetzbare Kurzspots mit Sharon Stone. Francesco Andrea Poletti, CCO von POPE Creative Studio, erklärt, warum die Kampagne mehrere Jahre funktionieren soll, welche Freiheiten die einzelnen Märkte erhalten und was die im Abspann genannten „AI Artists“ beigetragen haben.
5 Minuten
22. Sep 2026
Markenführung im Familienalltag
WuV Community Icon Susanna Kindler: "Eine Marke muss im echten Alltag bestehen.“
in Produkt für Kinder muss zwei Zielgruppen überzeugen: die Kinder, die es benutzen, und die Eltern, die ihm vertrauen sollen. Susanna Kindler, Geschäftsführerin Marketing & Product bei FOND OF, erklärt im Interview, was ihre Marken bei Tests mit Kindern lernen und warum gute Werbung ein unpraktisches Produkt nicht retten kann.
6 Minuten
15. Sep 2026

Das könnte dich auch interessieren

Interview
WuV Community Icon KiK dreht nicht mehr: So entstehen die neuen TV-Spots mit KI
KiK lässt die visuellen Inhalte seiner neuen TV-Spots vollständig mit generativer KI erstellen. Factory-COO Marc Schnitzler erklärt, welche klassischen Gewerke sich dadurch ändern und wo der Mensch unverzichtbar bleibt.
8 Minuten
US Supreme Court Urteil
WuV Community Icon Warum KI niemals träumt: Das Urheberrecht und die Seele der Kreativität
Der Supreme Court verweigert maschinell erzeugten Bildern das Urheberrecht. Was wie eine juristische Formalie wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung das tiefste Geheimnis unserer Branche: Wahre Kreativität ist untrennbar mit der menschlichen Existenz und all ihren Unzulänglichkeiten verbunden.
4 Minuten
9. Mär 2026
Künstliche Intelligenz und Ethik
WuV Community Icon Wenn Empathie-Simulation zur Gefahr wird: Tech-Giganten im Visier der Justiz
Die rasante Evolution generativer Sprachmodelle offenbart zunehmend ihre gesellschaftlichen Schattenseiten. Ein profilierter US-Anwalt, der derzeit Opfer von sogenannter „KI-Psychose“ vertritt, richtet nun eine drastische Warnung an die Technologiebranche: Die intime, unregulierte Bindung zwischen vulnerablen Nutzern und Chatbots berge ein massives, bislang massiv unterschätztes Eskalationspotenzial.
3 Minuten
16. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige