Immer mehr provokative Äußerungen

Zuletzt provozierte der 45-Jährige dabei nicht nur mit seinen antisemitischen Äußerungen, sondern auch mit einem Slogan gegen die "Black Lives Matter"-Bürgerrechtsbewegung in den USA. Anfang Oktober hatte er bei der Pariser Modewoche mit dem T-Shirt-Aufdruck "White Lives Matter" für wütende Reaktionen gesorgt. Antirassismus-Organisationen stufen den Satz als rassistische Reaktion auf "Black Lives Matter" ein, die sich gegen Gewalt gegen Schwarze einsetzt. Immer wieder versteigt West sich auch in Verschwörungstheorien.
Die Zusammenarbeit mit einem Künstler wie Kanye West dürfte für Adidas immer eine besondere Herausforderung gewesen sein - für die Franken war es zudem aber vor allem ein einträgliches Geschäft. Die Auflösung des Vertrags dürfte die Firma wirtschaftlich nun empfindlich treffen. "Angesichts der starken Saisonalität des vierten Quartals dürfte sich dies kurzfristig mit bis zu 250 Millionen Euro negativ auf den Nettogewinn des Unternehmens im Jahr 2022 auswirken", teilte Adidas dazu mit. 
Adidas sei der alleinige Inhaber aller Designrechte an bestehenden Produkten sowie an früheren und neuen Farbgebungen im Rahmen der Partnerschaft. Weitere Informationen sollen bei der bevorstehenden Bekanntgabe der Ergebnisse zum dritten Quartal des Konzerns am 9. November 2022 folgen. West hatte dem Unternehmen unter anderem auch Ideenklau vorgeworfen. 

Kooperation seit 10 Jahren

Adidas arbeitete seit 2013 mit Kanye West zusammen, seit 2016 hat die Partnerschaft eine neue Grundlage erhalten. Damals nannte Adidas die Zusammenarbeit "die bedeutendste Partnerschaft aller Zeiten" zwischen einem Sportartikelhersteller und einer Persönlichkeit jenseits des Sports. "Kanye ist ein echter Creator, der Dinge sieht, die andere nicht sehen", hatte das damalige Adidas-Vorstandsmitglied Eric Liedtke sich zitieren lassen. 
Der Umsatz mit den stylischen Schuhen, Klamotten und Accessoires soll 1,7 Milliarden Euro betragen haben - immerhin rund sieben Prozent des Gesamtumsatzes der Drei-Streifen-Marke. Von Adidas wird das nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Adidas steht ohnehin, vor allem wegen des stotternden China-Geschäfts, vor einem großen Haufen Problemen. Konzernchef Kasper Rorsted ist nur noch auf Abruf im Amt - Adidas sucht einen Nachfolger für den zuletzt in die Kritik geratenen Dänen. 
Grundsätzlich versucht die Sportartikelindustrie seit Jahren, zugkräftige Idole nicht nur im Sport als Partner zu gewinnen. Für den Adidas-Lokalrivalen Puma ist etwa die Sängerin Danna Paola am Start, für den US-Branchenprimus Nike ging 2020 der Rapper Drake an den Start. (Michael Donhauser und Benno Schwinghammer, dpa/st)

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Autor: W&V Redaktion

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