In den Unterlagen ist unter anderem dokumentiert, wie Uber nach Protesten gegen die Firma in Frankreich im Jahr 2016 eine große Gegendemonstration organisierte, mit "15.000 Fahrern" und "50.000 Kunden", wie Kalanick in von der "Washington Post" veröffentlichten Chatnachrichten schrieb. Er spielte demnach die Gefahr eines möglichen aggressiven Verhaltens der Gegenseite herunter: "Wenn wir 50.000 Passagiere haben, werden und können sie nichts tun." Zugleich schien er Risiken in Kauf zu nehmen: "Ich denke, es ist es wert. Gewalt garantiert Erfolg."

Uber-Managerin Jill Hazelbaker schrieb der "Washington Post" dazu: "Es gibt vieles, was unser damaliger Chef vor fast einem Jahrzehnt gesagt hat, das wir heute nicht dulden würden." Aber nie sei jemand bei Uber glücklich über Gewalt gegen einen Fahrer gewesen. Auch Kalanicks Sprecher entgegnete, dieser habe nie vorgeschlagen, dass Uber aus Gewalt gegen Fahrer Kapital zieht.

Die Unterlagen belegen den Berichten zufolge auch den bereits seit Jahren bekannten umstrittenen Einsatz von zwei Software-Werkzeugen. Mit einem Namens Greyball wurde demnach die Anzeige in der Uber-App am Standort von Regulierungsbehörden so angepasst, dass keine Fahrzeuge angezeigt wurden. Mit einem "Kill Switch" seien unter anderem während einer Razzia im Uber-Büro in Amsterdam Computer per Fernzugriff abgeschaltet worden.