Umschalten zwischen drinnen und draußen

Mit einer digitalen Krone, einem Drehrädchen wie an der Watch oder an den AirPods Max, können Nutzer demnach zwischen der abgeschotteten Darstellung von Videos oder Spielen und dem Blick nach draußen umschalten. Die "Reality Pro" ist zwar geschlossen wie eine Skibrille, Kameras ermöglichen aber den Blick auf die Umgebung. Nutzer visieren per Augenbewegung Gegenstände auf dem Display an und wählen sie per Fingerbewegung aus. Auf die umständlichen Hand-Controller von Meta & Co. kann Apple so verzichten. Außerdem soll ein Bildschirm außen der Umwelt die Augen des Nutzers anzeigen – was ein wenig gespenstisch aussehen könnte. Linsen, die direkt in die Brille eingebaut sind, unterstützen verschiedene Sehstärken.

Chats mit lebensgroßen Avataren

In Eins-zu-Eins-Chats sind beide Teilnehmer als lebensgroße und realistische Avatare zu sehen. Die Brille übernimmt dabei die Berechnung und Darstellung der Figuren. Gesundheitsfunktionen sind laut Gurman ebenso integriert wie die Möglichkeit, Apps von Drittanbietern zu installieren. Das Design soll mit viel Alu und Glas an die hochwertige Bauweise der AirPods Max erinnern. Die Akkus stecken beispielsweise in der Hosentasche des Nutzers, und sind per Kabel mit der Brille verbunden. Experten wie CultofMac sind durchaus beeindruckt: "Apple hat offenbar von den Fehlern der Konkurrenten gelernt." Trotzdem bleibt die Frage, wer sich so ein Science-Fiction-Gerät vor den Kopf schnallen will. Aber vielleicht bekehrt Apple auch hier die Skeptiker. Für die erste Version "Reality Pro" erwartet der US-Konzern demnach nur rund eine Million verkaufte Exemplare. Die halb so teure "Reality One" (ohne 4K) für rund 1.500 Euro soll sich dann ab 2024/25 dem Massenmarkt nähern.

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Autor: Jörg Heinrich

Jörg Heinrich ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.