Jahresbilanz :
Publicis schließt 2017 mit bescheidenem Plus ab

Weltweit kommt die französische Werbeholding auf 0,8 Prozent Umsatzwachstum. In Deutschland dagegen verbucht Publicis ein Minus von rund sieben Prozent.

Text: Daniela Strasser

Arthur Sadoun stellte zum ersten Mal als CEO die Jahresbilanz von Publicis vor.
Arthur Sadoun stellte zum ersten Mal als CEO die Jahresbilanz von Publicis vor.

Seit Juni 2017 leitet Arthur Sadoun die Werbeholding Publicis als CEO. Er folgte auf den französischen Geschäftsmann Maurice Lévy und hatte seit seiner Ernennung fast im Monatsrhythmus Neuigkeiten zu verkünden.

Dass seine Agenturen 2018 beispielsweise nicht beim Cannes-Werbefestival mitmischen und er das Geld lieber in die digitale Aufrüstung seiner 80.000 Mitarbeiter umfassenden Agenturen steckt, zum Beispiel. Kürzlich erst hat er außerdem Nick Law zum neuen Kreativchef gekürt und eine enge Partnerschaft mit Microsoft beschlossen.

Zum Reich des französischen Konzerns gehören Agenturen wie Saatchi & Saatchi, Leo Burnett und Publicis Worldwide. Keine andere Holding baut derzeit in so umfangreichem Stil um wie Publicis. Unter der Überschrift "Power of One" sollen die einzelnen Marken im Konzern enger zusammenrücken, die KI-Plattform Marcel soll die Zusammenarbeit erleichtern. Fürs digitale Angebot hat die Holding Sapient bei sich integriert.

In Europa kommt die Gruppe auf ein Umsatzplus von 1,8 Prozent

Publicis will sich fortschrittlich und innovativ zeigen, hat allerdings ein Problem: Die Zahlen passen nicht. Auf seiner ersten Bilanz-Pressekonferenz am 8. Februar konnte Arthur Sadoun lediglich ein mageres Plus von 0,8 Prozent auf 9,69 Milliarden Euro Umsatz weltweit bekanntgeben. Verglichen mit früheren Ergebnissen ist das mau.

Sadoun gibt sich trotzdem zufrieden und sagt, seine Gruppe sei dennoch stärker als vor einem Jahr. "Trotz des allgemein schwierigen Umfelds und der Tatsache, dass sich die Gruppe in der eigenen Transformationsphase befindet." Das Geschäftsklima hat sich in den meisten der wichtigsten Märkten zwar nicht verschlechtert, alle großen Holdings - neben Publicis sind dies WPP, Omnicom und Interpublic - aber kämpfen mit wachsender Konkurrenz im digitalen Geschäft, die unter anderem aus dem Umfeld klassischer Unternehmensberatungen kommt.

Im US-Markt konnte Publicis im vergangenen Jahr ein Plus von 0,5 Prozent verbuchen, in Europa beläuft es sich auf 1,8 Prozent. Ganz anders der deutsche Markt: Hier muss Publicis ein Minus von insgesamt rund sieben Prozent hinnehmen. Konkrete Gründe für das schlechte Abschneiden nennt Publicis nicht, sondern verweist auch hier lediglich auf das schwierige Marktumfeld und einen unpassenden Vergleichszeitraum. Das Management vieler ihrer deutschen Agenturen hat die Holding jüngst aufgestockt.

Publicis kündigte zudem an, seine vor rund fünf Jahren definierten Renditeziele überprüfen zu wollen. 2013 peilte die Holding für das Jahr 2018 eine Marke zwischen 17,3 und 19,3 Prozent an. 2017 lag sie bei 15,5 Prozent. Mehr dazu will Sadoun auf einer Investorenversammlung im März in London bekanntgeben.


Autor:

Daniela Strasser, W&V
Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.