Der Beitrag von Phleps macht aus mehreren Gründen sprachlos:

1. Warum dreht man die Arbeit einer anderen Agentur derart durch den Fleischwolf, ohne die dazu nötigen Insights oder ein Briefing zu kennen?

2. Wie kann man sich zum Wissenden und Inhaber der Wahrheit aufschwingen, ohne die Details der Kampagne vor Augen zu haben?

3. Warum wird die Rollenverteilung unterschlagen? Schließlich ist die Agentur Dienstleister (vulgo: Lieferant), und den Kunden nennt man bekanntlich Auftraggeber.

4. Warum profiliert man sich als CEO einer großen Agentur auf Kosten anderer?

5. Warum beklagt sich die Branche über den Verlust an Wertschätzung, wenn dann solche Beiträge publiziert werden?

6. Wenn derart öffentlich polemisiert wird, was sagt man dann unter vier Augen über die Arbeit eines Wettbewerbers?

Um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen: Kommentare wie der über die Opel-Kampagne sind nicht mutig, sie sind einfach nur plump. Es geht auch nicht um die Frage, ob die kritisierten Punkte zutreffend sind. Das kann kein Agentur-Entscheider letztgültig beantworten, das erledigt einzig und allein der Konsument. Auch spricht grundsätzlich nichts gegen Kritik. Die ist im Gegenteil sogar sehr wichtig. Aber sie sollte konstruktiv sein und nicht einfach nur wild um sich schlagend. Wenn man es dann noch schafft, sein Ego zurückzustellen, dann hat Wertschätzung nicht nur im Adventskalender eine Chance.

Über den Autor:

Heiko Burrack (geb. 1967) schloss 1995 sein BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Marketing an der Uni Göttingen ab. Danach arbeitete der Diplomkaufmann in der Kundenberatung unterschiedlicher Agenturen (Dorfer Dialog, McCann Erickson). Im Jahr 2003 gründete er die Agenturberatung Burrack NB-Advice. Burrack ist auch Autor diverser Fachbücher zu Agenturthemen.


Autor:

W&V Redaktion
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