App, die Stressdaten von Mitarbeitern auswertet

Die Münchener Firma Soma Analytics bietet für Personalabteilungen eine App an, die Firmen anonymisierte Informationen über Stresswerte von Mitarbeitern auf Basis von Gesundheitsdaten liefern soll. Preisträger ist Soma aus München deshalb in der Kategorie Arbeitswelt. Im Bereich PR und Marketing zeichneten die Datenschutz-Aktivisten den Begriff "Smart Cities" aus. Sensoren an Straßenlaternen und im Straßenbelag, dazu Videoüberwachung - Städte würden immer mehr zu ferngesteuerten und kommerzialisierten Bereichen. Der Begriff "Smart Cities" reduziere Bürger auf ihre Eigenschaft als Konsumenten und datenliefernde Objekte, hieß es. 

Für ihre Quartiersmanagement-Software erhält die Firma Cevisio aus dem sächsischen Torgau den Preis in der Kategorie Verwaltung. Die Software wird zum Beispiel im Zusammenspiel mit Ausweiskarte und Chip in Flüchtlingsunterkünften eingesetzt und erfasst Bewegungen auf dem Gelände, die Essensausgabe und Medizin-Checks. Digitalcourage beklagt eine Totalkontrolle von Asylsuchenden. Laudator Thilo Weichert kritisierte das Menschenbild, dass hinter der Software stecke. "Flüchtlinge sind Menschen, keine Sachen. Sie sind keine Gefangenen und bedürfen keiner verschärften Beobachtung", sagte der ehemalige schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte.

Der Preis in der Kategorie Verbraucherschutz geht an Amazons Sprachassistentin Alexa. Digitalcourage sieht bei ihr die Möglichkeit, Familienmitglieder oder Gäste im Haushalt zu überwachen. Und noch sei unklar, wer noch alles auf die in der Internet-Cloud gespeicherten Sprachaufnahmen zugreifen könne.

Kritik an Facebook 2011 noch heute aktuell

Trotz des aktuellen Datenskandals um Facebook ging das Unternehmen in diesem Jahr leer aus. Der Verein begründete dies damit, dass der "Big Brother Award" bereits 2011 an das Online-Netzwerk ging. "Die Laudatio von damals könnten wir heute noch halten. Ist noch alles gültig", sagte Rena Tangens aus der Jury vor der Preisverleihung. Facebook war vor sieben Jahren für die "gezielte Ausforschung von Menschen und ihrer persönlichen Beziehungen hinter der netten Fassade eines vorgeblichen Gratisangebots" ausgezeichnet worden. (dpa)


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.