Datenschutz :
Deutsche sind offen für Sprachassistenten

Laut einer Studie zeigen die Deutschen grundsätzlich Interesse an Sprachassistenten. Vorbehalte gibt es noch beim Thema Datenschutz.

Text: Maximilian Flaig

Studie zu Sprachassistenten: Unter denjenigen, die bereits mit KI kommunizieren, findet das ein Viertel so normal "wie mit einem Menschen" zu reden.
Studie zu Sprachassistenten: Unter denjenigen, die bereits mit KI kommunizieren, findet das ein Viertel so normal "wie mit einem Menschen" zu reden.

Alexa, Siri, Google Assistant: Spannend! Das findet die Mehrheit der Bundesbürger. 58 Prozent stehen der Technik offen gegenüber und können sich vorstellen, mit Künstlicher Intelligenz zu kommunizieren. Das überrascht vor allem deshalb, weil gleichzeitig 77 Prozent sagen, sie fühlen sich in Bezug auf Datenschutz bei Sprachassistenten unsicher.

Um herauszufinden, wie die Deutschen den Umgang mit Sprachassistenten beurteilen, hat Statista im Auftrag von Next Media Hamburg eine repräsentative Studie durchgeführt. Schon jetzt beurteilen 24 Prozent derjenigen Deutschen, die bereits einen Sprachassistenten besitzen, die Kommunikation als normal, ähnlich wie mit einem Menschen. 70 Prozent der Nutzer empfinden die Kommunikation noch als ungewohnt, glauben aber, dass diese in Zukunft alltäglich wird.

Bis Sprachassistenten ebenso zu unserem Alltag gehören werden wie Smartphones, wird es laut der Studie wohl noch etwas dauern. Lediglich 14 Prozent der Deutschen besitzen bereits einen Sprachassistenten. Immerhin 90 Prozent haben bereits davon gehört. 

Kein wirklicher Nutzen - oder doch?

Rund die Hälfte (47 Prozent) der Besitzer von Sprachassistenten erkennen keinen wirklichen Nutzen der Technologie. Als hilfreich empfinden sie hingegen 53 Prozent.

70 Prozent der Besitzer nutzen Alexa und Co. für Service- und Newsangebote wie Wetter- und Verkehrsmeldungen. Auch für den Medienkonsum wie dem Hören von Musik (58 Prozent) und für organisatorische Dinge (41 PRozent) erfüllen Sprachassistenten laut Umfrageergebnissen ihren Zweck.

Weniger relevant sind Sprachassistenten hingegen für die Kommunikation (34 Prozent) und für Smart-Home-Anwendungen (30 Prozent).

Die Technik hat Zukunft

44 Prozent aller Befragten können sich vorstellen, in Zukunft Sprachassistenten für Smart-Home-Anwendungen zu nutzen. Ein wesentliches Potenzial von Sprachassistenten liegt darüber hinaus in Weiterbildungsangeboten: 49 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Sprachassistenten bald zum Lernen von Fremdsprachen zu verwenden.

Beim E-Commerce überwiegt hingegen die Skepsis. Lediglich 15 Prozent möchten Sprachassistenten zukünftig für den Kauf von den Produkten und Waren nutzen, nur 9 Prozent halten die Buchung von Reisen und Hotels über Voice-Assistant-Anwendungen für sinnvoll.

Amazons Alexa spricht jetzt junge Zielgruppe an

Sobald es zu komplexeren Anwendungsbereichen wie Onlineshopping kommt, geraten Sprachassistenten ins Hintertreffen. Nutzer vertrauen hier der etablierten Technik. Sprachassistenten werden momentan noch für eher banale Dinge wie den Wetterbericht oder das Abspielen von Musik eingesetzt.

Passend dazu bietet Amazons Alexa seit neustem spezielle Skills für Kinder an. Im Angebot sind Spiele, interaktive Geschichten, Gute-Nacht-Geschichten, Lerninhalte oder kindgerechte Radiosender. Amazon will also die Jüngsten abholen und an seinen Sprachassistenten heranführen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Technik wohl erst in ein paar Jahren ihr volles Potenzial entfalten wird, keine schlechte Strategie. 


Autor:

Maximilian Flaig

Unterstützt als Werkstudent die Redaktion in allen Bereichen. Während seines aktuellen Masterstudiengangs American History, Culture and Society schrieb Maximilian Flaig bereits für die "Süddeutsche Zeitung".