Welcher Anteil der Android- und Chrome-Nutzer über die Einstellungen Werbung ablehnt, ist unklar. Google hat aber nach Angaben von Jon Krafcik, Group Product Manager, Data Privacy and Transparency, 2017 über fünf Milliarden Rückmeldungen bekommen, dass Nutzer Anzeigen ignoriert hätten, die User als "nicht relevant" markiert hatten. Dies habe dazu geführt, dass eine Million Anzeigen aus Googles Werbenetzwerk entfernt wurden. 

Dies soll künftig umfassender stattfinden. Die neue Google-Strategie wird - sofern Nutzer sich mit Google-Konten anmelden - nun auch über verschiedene Geräte hinweg auf Basis der jeweiligen Kontoeinstellungen umgesetzt. Krafcik schreibt: "Wenn ihr also eine Anzeige der Schneestiefel GmbH auf dem Smartphone (per Klick) ignoriert, seht ihr sie auch auf eurem Laptop nicht mehr." Daneben kündigt Google an, diese Schaltflächen - das kleine "i" im Kreis, das zu "Diese Werbung ignorieren" führt - künftig verstärkt zu zeigen. Sie sollen nun auch in mehr Apps und Websites auftauchen, die Google für die Vermarktung nutzen. 

Dass Google ständig an dem Thema arbeitet und sich auch nie wirklich sicher war, in welche Richtung es gehen soll, verdeutlicht die Historie: 2009 bekamen der Crome-Browser sowie das Android-System ein Dashboard für die Anzeigenkontrolle mit dem Namen "Anzeigenvorgaben-Manager", inzwischen heißt dies "Einstellungen für Werbung". Daraus wurde "Warum diese Anzeige" im Jahr 2011 und ein Jahr hieß der Menüpunkt: "Diese Werbung ignorieren". Inzwischen finden sich die Werbetools in einem zentralen Datenkontrollzentrum in "Mein Konto" unter dem reduzierten Begriff "Anzeigen". 

Fest steht jedoch, dass Google die Nutzer nicht völlig vor den Kopf stoßen will. Die erweiterten Adblocker-Funktionen hatte der Konzern ja bereits vergangenes Jahr angekündigt. 


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.