Marktbilanz :
Möbelkauf im Netz wird immer beliebter

Das Online-Shopping legt auch bei Möbeln zu - und hat noch viel Luft nach oben, glaubt die Branche. Die kann neue Umsatzquellen brauchen.

Text: W&V Redaktion

Singles und Jüngere kaufen online gerne Möbel.
Singles und Jüngere kaufen online gerne Möbel.

Verbraucher kaufen Möbel einer Umfrage zufolge zunehmend über das Internet: Der Anteil des Online-Shoppings habe inzwischen rund 14 Prozent erreicht, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie, Jan Kurth, am Montag in Köln. Dabei liegen Single-Haushalte und unter 30-Jährige deutlich vorn, wie die beim Marktforschungsinstitut Kantar TNS beauftragte repräsentative Studie ergeben habe. Der Onlinekauf von Möbeln berge noch viel Potenzial für Industrie und Handel.

Gut 80 Prozent der Deutschen haben laut VDM in den vergangenen fünf Jahren größere Möbelstücke gekauft. Vor einem Kauf bleibe das Anschauen von Möbeln im Geschäft die wichtigste Info-Quelle, gefolgt vom Blättern in Prospekten der Anbieter, schilderte Kurth. Aber schon knapp die Hälfte der Verbraucher nutze das Internet als "Informations- und Inspirationsquelle".

Die Lage der Branche sei derzeit "nicht zufriedenstellend", sagte Kurth. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz mit 9,1 Milliarden Euro nur um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Das leichte Wachstum ging allein auf das Konto des Auslandsgeschäfts.

Büromöbel mit deutlichem Umsatzplus

Küchenmöbelhersteller meldeten ein Plus von vier Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Auch die Büromöbelindustrie legte mit einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro deutlich zu. Einen spürbaren Rückgang gab es dagegen etwa bei Wohn- und Polstermöbeln. Für das Gesamtjahr werde ein Ein-Prozent-Plus erwartet - allerdings im Vergleich zu einem schwachen Jahr 2017.

Eine Befragung des Verbands in der Branche vom Sommer 2018 ergab, dass die aktuelle Geschäftslage von 34 Prozent der Unternehmen als "befriedigend" und von 40 Prozent als "schlecht" eingeschätzt wird. Steigende Materialkosten für Massivholz würden von vielen als Hindernis angesehen. Und: "Die Importkonkurrenz bleibt hoch." Die wichtigsten Wachstumsmärkte für deutsche Möbel liegen dem VDM zufolge außerhalb der EU - etwa in USA, China und Russland. Auch künftig seien die Aussichten für Möbel "Made in Germany" hier gut. (dpa)

Auf die Vorlieben der Möbelkäufer stellt sich auch Ikea mit seinem neuen Katalog ein. 


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W&V Redaktion
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