"Wir leben von gegenseitigem Vertrauen", sagte Fassnacht weiter. Das sei ein hohes Kulturgut. "Und ich sehe die Richtlinie, die da kommen mag, nicht im Zeichen einer Vertrauens-Kultur", so Fassnacht, der bis 2018 das Personalwesen von SAP in ganz Deutschland verantwortet hat: "Arbeitszeiterfassung ist vom Geist der Kontrolle getragen und nicht vom Geist des Vertrauens."

"Bei uns muss sich keiner einen halben Tag Urlaub nehmen, wenn er zum Arzt muss", erklärte Fassnacht. Das könne man im Rahmen der Vertrauensarbeitszeit alles regeln. In der Betriebsvereinbarung sei beispielsweise auch festgehalten, wenn ein Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum mehr Stunden angesammelt habe. "Dann vereinbart man mit dem Vorgesetzten, wie man das ausgleicht."

Eine gesetzliche Vorgabe zur Arbeitszeiterfassung könnte viel Bürokratie nach sich ziehen, fürchtet Fassnacht. "Da geht es auch um private Internetnutzung am Arbeitsplatz", sagt er. "Muss ich mich dann ausstempeln, wenn ich mal privat zehn Minuten etwas mache, zum Beispiel mit meiner Familie telefoniere? Das würde unserer Arbeitskultur komplett widersprechen."

dpa


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W&V Redaktion
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