Media-Währungen :
Agma, Agof und AGF sollen enger zusammenrücken

Die Media-Forschungsverbünde Agma, AGF und Agof sollen enger zusammenarbeiten. Darauf haben sich Medien, Werbetreibende und Agenturen in der Agma geeinigt.

Text: Thomas Nötting

Die Agma-Vorstände Axel Pichutta und Andrea Tauber-Koch wollen einen "stärken Austausch" der deutschen Joint-Industry-Committees
Die Agma-Vorstände Axel Pichutta und Andrea Tauber-Koch wollen einen "stärken Austausch" der deutschen Joint-Industry-Committees

Die drei großen Media-Joint-Industry-Committees Agma, Agof und die AGF sollen enger zusammenarbeiten. Darauf haben sich Vertreter von Werbekunden, Agenturen und Medienunternehmen in der jüngsten Arbeitsausschusssitzung der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) geeinigt.

Die Vertreter aller Lager verabschiedeten einstimmig ein Papier, das den Weg der Reichweiten-Forschungs-Bündnisse zu mehr Kooperation ebnen soll. Es gehe darum, Agma, AGF und Agof "zu einer intensiveren Zusammenarbeit zu bewegen", erklärt die stellvertretende Agma-Vorstandsvorsitzende Andrea Tauber-Koch im Interview mit W&V.

"Alle müssen sich zusammensetzen und fragen, wo es Synergien gibt", sagt die Mediachefin der Commerzbank. "Der Austausch von Know-how", so der Agma-Vorstandsvorsitzende Axel Pichutta. „hat bislang nicht in dem Umfang stattgefunden, den wir uns wünschen“.

Die Agma reagiert mit ihrer Initiative auf einen Vorstoß von OWM-Chefin Tina Beuchler. Die Vorsitzende des Werbekundenverbands hatte Anfang des Jahres eine "Konsolidierung" der deutschen Media-JICs gefordert. Schließen würden Märkte und Medien ebenfalls zusammenwachsen.

Erst mal keine "Konsolidierung", aber mehr Kooperation

Das Agma-Papier meidet jedoch den Begriff Konsolidierung und schlägt diplomatischere Töne an. Eine unmittelbare Zusammenlegung von Agma, Agof und AGF würde vor allem in den Lagern der TV-Sender und Onlinern auf großen Widerstand stoßen.

Die deutschen TV-Sender unterhalten mit der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung ein eigenes Media-JIC, ebenso wie die Online-Wirtschaft mit der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof). Beide Organisationen kooperieren zwar mit dem Allmedia-Verbund Agma, agieren und entscheiden aber eigenständig.

Auf lange Sicht schließt Agma-Vorstandschef Pichutta aber auch gemeinsame Strukturen nicht aus. Es könne "in Zeiten zunehmend konvergenter Mediennutzung irgendwann zwingend sein, über eine Zusammenführung in größerem Sinne nachzudenken", sagt Pichutta gegenüber W&V. Erst einmal müsse man sich aber "überhaupt auf den Weg machen".