Dieses Wachstum im Videostreaming-Segment geht dabei offensichtlich vor allem zulasten der traditionellen Kabel- und Satelliten-TV-Anbieter. Nach neuesten Zahlen des Marktforschers Moffett Nathanson mussten die Netzbetreiber AT&T, Comcast und Charter allein im zweiten Quartal dieses Jahres einen Abonnenten-Verlust in Höhe von 1,25 Millionen Haushalten hinnehmen.

Neue "Star Trek"-Serie

Um im immer intensiver werdenden Konkurrenzkampf auf dem Videostreamingmarkt mit den Schwergewichten Netflix, Amazon Prime Video, Disney und Warner mithalten zu können, investiert CBS kräftig in Eigenproduktionen.

Für nächstes Jahr ist der Start von mindestens zwölf neuen Serien vorgesehen, darunter "Star Trek: Picard", die mehrere Staffeln umfassen wird und für die Amazon Prime Video die Lizenz für Deutschland erworben hat, sowie die Animationsserien "Star Trek: Lower Decks" und "Star Trek: Short Treks".

Darüber hinaus hat CBS All Access unter anderem die Produktion einer neuen Serie auf Grundlage des Buches "The Man Who Fell to Earth" von Walter Tevis und des 1976 entstandenen gleichnamigen Films mit David Bowie in Auftrag gegeben. Überdies soll das nicht-fiktionale Angebot erweitert werden, so etwa im Sport- und Dokumentationsbereich.

Fusion mit Viacom geplant

Eine weitere, konzernübergreifende Entwicklung könnte CBS ebenfalls zuhilfe kommen. Denn die CBS Corporation gehört zur Holding National Amusements – ebenso wie das Medienunternehmen Viacom mit Kabel-TV-Sendern wie MTV, Nickelodeon und Comedy Central.

Derzeit wird – bereits im dritten Anlauf – über eine Fusion von CBS und Viacom verhandelt. Schon Ende dieser Woche, wenn beide Unternehmen ihren Quartalsbericht bekannt geben, könnte der Deal offiziell verkündet werden. Viacom könnte dann, beispielsweise im Bereich Kinderprogramme, zu einem wichtigen Content-Lieferanten für CBS All Access werden.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.