Die Menschen vertrauen weiterhin den Medien.

Die Menschen vertrauen weiterhin den Medien.

 

Und auch wenn es momentan kaum vorstellbar erscheint: Irgendwann wird die Krise vorüber sein und das normale Leben für die meisten Menschen wieder einkehren. Mehr als vier von fünf Personen wird die Lockerungen dann dazu nutzen, Freunde und Familie zu treffen und über zwei Drittel freuen sich auf den Besuch von Restaurants, Cafés oder Bars. Mit 21 Prozent Zustimmung fast ganz hinten liegt die Rückkehr zum gewohnten Arbeitsplatz. Ganz so schlecht finden die Menschen das Home-Office demnach offenbar nicht. Immerhin 41 Prozent der befragten Personen will übrigens ganz sicher verreisen, wenn das denn möglich werden wird und die bestehenden Reisebeschränkungen entfallen. 40 Prozent weiß das noch nicht und 19 Prozent wird ganz sicher nicht verreisen.

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Mediennutzung in Corona-Zeiten

Viele Menschen im Lande haben derzeit mehr Freizeit als zuvor, sei es durch Kurzarbeit oder, noch schlimmer, durch Arbeitslosigkeit. Immerhin 49 Prozent der Personen nutzt diese zusätzliche Zeit zum Aufräumen und Ausmisten, während 45 Prozent häufiger Medien wie TV, Radio, Internet oder Zeitungen nutzen als das vor Corona der Fall war. Diese Zahl ist jedoch seit der ersten Befragung deutlich von damals 51 Prozent gefallen. Gestiegen ist dagegen die Beschäftigung mit den Kindern, mit Computer-Spielen, Gartenarbeiten und mit dem Kochen oder Backen. Gleichzeitig stieg das Interesse an Online-Seminaren, sportlicher Betätigung und generell Tätigkeiten in der Natur ganz deutlich an, was zumindest teilweise auf das schöne Frühlingswetter zurückzuführen sein dürfte.

Große Profiteure der Corona-Krise sind dennoch die Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime, TVNow und andere: 50 Prozent der befragten Personen nutzt diese Dienste mehr als vor Corona, während lediglich 34 Prozent häufiger auf die Mediatheken der Fernsehsender zugreifen und nur 33 Prozent öfter als vor Corona frei empfangbare Fernsehsender schauen.

Streaming gewinnt weiter hinzu.

Streaming gewinnt weiter hinzu.

  

Immerhin 38 Prozent nutzt während Corona häufiger Webseiten-Portale wie zuvor und 39 Prozent besucht öfter soziale Netzwerke von Twitter über Instagram bis Facebook. Derweil genießen Zeitungen einen um 19 Prozent und Zeitschriften einen um 16 Prozent gestiegenen Zuspruch. Diese Zahlen sind im Vergleich zur ersten Befragung nahezu unverändert geblieben. Sehr gut bleiben auch die Zahlen von Radio und Podcasts: Beide können mit 25 Prozent beziehungsweise 27 Prozent über den Vor-Corona-Zahlen ihr hohes Niveau bestätigen. Enorm gestiegen ist derweil die Anzahl der Abos von Video-Streaming-Diensten: Nach 10 Prozent in der ersten Befragung haben inzwischen 19 Prozent ein solches Abonnement abgeschlossen. Diese Steigerung könnte unter anderem auch mit dem Deutschlandstart von Disney+ zu tun haben, der am 24. März erfolgte und somit kurz nach Beendigung der ersten Umfragerunde. 

Die Anzahl der Medien-Abos steigt dramatisch.

Die Anzahl der Medien-Abos steigt dramatisch.

Dass Werbung in Zeiten von Corona eventuell sogar noch mehr Sinn ergibt als sonst, zeigt die Frage nach der Werbeerinnerung. Diese stieg von der ersten zur zweiten Befragung in nahezu allen Bereichen deutlich an, wie die folgende Grafik bestätigt. Lediglich im Reisebereich ist ein marginaler Rückgang der Werbeerinnerung zu verzeichnen. "Die deutlich stärkere Wahrnehmung von Werbung über alle Branchen hinweg zeigt, dass Unternehmen, die ihr Werbeengagement weiter beherzt forcieren, langfristig profitieren können", kommentiert Andreas Kösling, CSO Ad Alliance, diese Zahlen. "Viele der Produkte, die beworben werden, stehen für Konsumgewohnheiten und schaffen damit eine Verknüpfung zur Normalität, nach der sich derzeit jeder sehnt. Andere Unternehmen wiederum nutzen souverän die Krise als Kommunikationsanlass und gewinnen damit Sympathien", meint Kösling.

Werbeerinnerung nimmt durchgehend zu.

Werbeerinnerung nimmt durchgehend zu.

Und schließlich zeigt Teil 2 der Studie eine Steigerung im Online-Shopping um nochmals 35 Prozent. Neben Büchern werden besonders häufig Kleidung, elektronische Geräte und Spielwaren gekauft. Mit der allmählichen Öffnung der Geschäfte dürfte sich die Waage wieder zunehmend in Richtung des stationären Handels verschieben, der die Käufe dringend gebrauchen kann.