In den USA wird nicht nur abgebaut, sondern auch investiert. Gerade gestern hat Vox Media angekündigt, den Podcast-Output zu verdoppeln.

Mehr Quantität muss nicht unbedingt mehr vermarktbare Qualität bedeuten.

Ich glaube, dass die Content-Qualität insgesamt zunimmt und dass immer professionellere Formate hinzukommen. Viele Publisher springen auf die Podcast-Welle auf, egal ob Handelsblatt, Bild, Gabor Steingart, FAZ und - schon länger - Spiegel und Zeit. Und alle produzieren sie gute Formate. Schlechte Produktionen sehe ich wenige, aber es gibt natürlich Formate, die nur in einer bestimmten Nische relevant sind.

Podcast-Skeptiker wie Nico Lumma würden sagen: Wer soll das alles hören?

Ich weiß. Mit Nico Lumma bin ich mal seinen kompletten Tagesablauf durchgegangen. Er ist vermutlich der einzige Mensch, der keine Zeit findet, Podcasts zu hören. Ingsgesamt steigt der Medienkonsum und Smart Speaker machen es noch einfacher. Man muss ja auch nicht alles hören! Ich glaube, dass es für jeden ein Format gibt, das ihn jede Woche bereichern kann. Egal, ob es fest oder flauschig ist, also etwas Lustiges oder ein Business-Format.

Fehlen dem Markt noch mehr reichweitenstarke Leuchtturmprojekte? Ihr versucht es mit Joko & Paul, aber der erste Versuch 2017 hat nicht so recht gezündet. Jetzt.de schrieb damals: "Der Podcast beginnt reichlich langweilig und steigert sich daraufhin ins bodenlos Uninteressante." Was wird jetzt anders?

Der Podcast hatte um die 250.000 Aufrufe pro Folge. Joko und Paul haben uns gesagt, dass sie seitdem täglich auf Instagram gefragt werden, wann es endlich weitergeht. Solche Leuchtturmprojekte helfen auf jeden Fall. Also gerne mehr davon!


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor ("Der Social-Media-Rausch") und Blogger ("Mittelrheingold"). Interessiert sich für Content Marketing und digitale Transformation. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.