US-Musikradiomarkt :
Sirius XM will Internetradio Pandora übernehmen

Mit dem Milliardendeal würde in den USA das größte Audio-Entertainment-Unternehmen weltweit mit mehr als 100 Millionen Nutzern entstehen.

Text: Franz Scheele

Die amerikanische Digitalradio-Plattform SiriusXM, die sich vor allem auf Satelliten-Übertragungen spezialisiert hat, will den Musikstreaming-Dienst Pandora Media mit Sitz im kalifornischen Oakland übernehmen. Mit dem Deal würde das größte Audio-Entertainment-Unternehmen weltweit entstehen.

SiriusXM will den Kaufpreis komplett mit eigenen Aktien zahlen und bewertet Pandora mit umgerechnet knapp drei Milliarden Euro. Für Pandora besteht nach der Vereinbarung allerdings noch die Möglichkeit, anderweitig ein höheres Angebot einzuholen.

Wie die beiden Unternehmen mitteilen, soll sich durch die Übernahme zunächst nichts an den bestehenden Angeboten ändern. Beide Services sollen bis auf Weiteres als separate Dienste unter dem jeweils eigenen Markennamen bestehen bleiben.

SiriusXM hat nach eigenen Angaben rund 36 Millionen Abonnenten auf dem nordamerikanischen Markt, Pandora mehr als 70 Millionen aktive Nutzer. Aus lizenzrechtlichen Gründen darf Pandora nur in den USA gestreamt werden.

Die weitaus größte Zahl der Pandora-Hörer nutzt das kostenlose, werbefinanzierte Angebot. Die beiden kostenpflichtigen Angebote Pandora Premium für 9,99 Dollar pro Monat und Pandora Plus für 4,99 Dollar pro Monat kommen zusammen lediglich auf rund sechs Millionen Nutzer.

Partnerschaft mit T-Mobile US

Wie berichtet, ist Pandora erst vor Kurzem eine Partnerschaft mit T-Mobile US eingegangen, dem drittgrößten Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten nach Verizon und AT&T. Kunden von T-Mobile erhalten dadurch die Möglichkeit, das kostenpflichtige Streaming-Angebot Pandora Plus ein Jahr lang gratis zu hören.

Durch die Partnerschaft mit der amerikanischen Telekom-Tochter erhofft sich Pandora künftig einen Zuwachs bei den Abozahlen.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.