Dabei muss allerdings differenziert werden: Während Großverlage ein stärkeres Digital-Wachstum erwarten, entwickelt sich Print nach Einschätzung der Studienteilnehmer für kleinere Verlage weitaus stabiler. Immerhin: Ab dem Jahr 2025, so glaubt die Mehrheit (54 Prozent) der Befragten, werden die Digitalerlöse die Rückgänge der Print-Umsätze endlich kompensieren können.

Print: kein tägliches Muss mehr

Im Rahmen dieser Prognose findet bei vielen auch ein Umdenken bezüglich ihrer Print-Strategie statt. So könnten sich immerhin 44 Prozent der kleineren Verlage vorstellen, an bestimmten Werktagen auf eine Printausgabe zu verzichten. Bei den größeren Häusern sind es nur 18 Prozent. Die Chefredakteure stehen dieser Option insgesamt relativ offen gegenüber: 38 Prozent ihrer Zunft könnten sich einen Print-Verzicht an bestimmten Werktagen vorstellen.

Online wird es für die Leser zwar weiterhin einen bestimmten Anteil an Gratis-Artikeln geben – doch die Verlage wollen weniger und weniger Content verschenken. Die Verlage planen, den Anteil von kostenpflichtigen Plus-Artikeln auf der Website von derzeit 31 Prozent bis in drei Jahren auf 51 Prozent zu erhöhen.

Eine deutlich wichtigere Rolle werden künftig auch Newsletter und Podcasts spielen. 68 Prozent der Verlage haben einen redaktionellen Newsletter bereits umgesetzt, 24 Prozent planen einen für 2020, weitere fünf Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre.

BDZV Podcast

Podcasts werden bislang von über 60 Prozent der Verlage publiziert. Und zwar mehr als einer: Ein Drittel hat drei bis fünf Podcasts im Portfolio, 13 Prozent sogar sechs oder mehr. 80 Prozent der Publisher setzen damit insbesondere auf die Erschließung neuer Zielgruppen – 59 Prozent wollen damit die bestehenden Leser an sich binden.



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde