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Curvy-Model Vivien gewinnt "Germany's Next Topmodel" 2023

Zum 18. Mal kürt Heidi Klum ihr "Topmodel" - und erstmals gewinnt dabei eine Kandidatin, deren Maße nicht dem Laufsteg-Standard 90-60-90 entsprechen. Ein Ticket für das nächste Jahr wird in der Show auch schon vergeben.
© W&V

Eine Plus-Size-Kandidatin ist Siegerin von "Germany's
Next Topmodel": Die 23-jährige Vivien aus Koblenz setzte sich im 
Live-Finale am Donnerstagabend gegen Somajia (21) aus Bielefeld durch
 und gewann die 18. Staffel der Sendung. Es ist das erste Mal, dass
 Klum ein Curvy-Model zur Gewinnerin ihrer Castingshow kürte. "Ich bin 
stolz, dass mir tagtäglich Leute schreiben, die sich mit mir
 identifizieren können", sagte Vivien nach der Entscheidung. Sie freue
 sich, wenn sie andere inspirieren könne, sich im eigenen Körper
 wohlzufühlen und beispielsweise auch kurze Kleidung zu tragen.

 

Fünf Finalistinnen hatten sich in der ProSieben-Show ein letztes Mal
den Aufgaben von "Model-Mama" Heidi Klum (50) gestellt. Neben 
mehreren Catwalks mussten die Teilnehmerinnen auch ihre tänzerischen 
Fähigkeiten und ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen. Auf dem 
dritten Platz landete schließlich Kandidatin Olivia (22) aus Hamburg.
Die 19-jährige Selma aus Berlin wurde Vierte, der fünfte Platz ging
an Nicole (49) aus Offenbach. 



Kampagne mit Kosmetikmarke und Harper's Bazaar-Cover

Zu Viviens Gewinnen gehören nun eine Kampagne für die Kosmetikmarke
 Mac und das Juli-Cover der deutschen "Harper's Bazaar". "Ich finde es
 fantastisch, dass Vivien als erstes Curvy-Model Germany's Next 
Topmodel geworden ist", teilte Chefredakteurin Kerstin Schneider mit.
"Sie hat ein wunderschönes Gesicht, perfekte Proportionen und 
überzeugt mit ihrer brasilianischen Lebensfreude". Die 23-Jährige ist
 Halbbrasilianerin.

 

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier (71) hatte bereits 
bei der ersten Aufgabe des Abends gelobt, wie "natürlich" und
 "grazil" Vivien diese meisterte: Es galt, rückwärts über den Laufsteg 
zu laufen und sich im Gehen einen Trenchcoat, eine Sonnenbrille und 
Handschuhe anzuziehen. Das wurde aufgenommen und anschließend 
vorwärts wieder abgespult.

 

Auch der weitere Verlauf des Abends hielt - wie im GNTM-Finale üblich
- einige ungewöhnliche Aufgaben bereit. Eine besondere
 Herausforderung stellte Hollywood-Schauspielerin Jennifer Lawrence
 (32) den Finalistinnen. Gemeinsam mit Männermodel Marcus Schenkenberg
(54) sollten sie eine Szene aus Lawrences neuem Film "No Hard 
Feelings" nachspielen. Die Oscar-Gewinnerin hatte das Set schon
 vormittags besucht und die Szenen mit den Finalistinnen 
aufgezeichnet, da sie am Abend eben diesen Film in Berlin 
präsentierte. 

 

Weitere prominente Gäste waren der britische Designer Christian Cowan 
(27), der Choreograf und Tänzer Mecnun Giasar (Majnoon), Klums 
Tochter Leni (19) sowie der ehemalige GNTM-Juror Thomas Hayo (54).
 Als Musik-Acts traten die Rockband Scorpions, ESC-Gewinnerin Loreen 
(39) und die deutsche Singer-Songwriterin Kim Petras (30) auf. 

Dass Klum mittlerweile in der Casting-Show auf mehr Diversität setzt,
 hält Petras nach eigenen Worten für den richtigen Weg: "Ich finde das 
total toll, dass die Heidi jetzt inklusiv ist. Und ja, es geht",
 sagte sie vor dem Finale der Deutschen Presse-Agentur. 2021 hatte mit 
Alex Mariah Peter zum ersten Mal ein Transgender-Model gewonnen. 2022
 und 2023 waren auch die Top 20 insgesamt vielfältiger: So waren etwa 
auch kleine, kurvige oder ältere Models mit dabei.

 

GNTM als "Mega-Plattform" 

Das Finale der Show sei nun "auf jeden Fall nicht das Ende von
etwas", sagte Kandidatin Selma vorab im dpa-Interview. "Die Sendung
 hat uns allen eine mega Plattform gegeben, auf der mich hoffentlich
 Kunden gesehen haben und die will ich nutzen", sagte die 19-Jährige, 
die seit dem obligatorischen "großen Umstyling" pinkfarbenes Haar
hat.

 

Und auch für Klums Casting ist nach wie vor kein Ende in Sicht. 
Bewerbungen für die 19. Staffel seien ab sofort möglich, sagte sie am
 Ende der Sendung. Das erste Ticket für die Teilnahme sicherte sich
 allerdings schon eine Top-29-Kandidatin der diesjährigen Staffel: Die 25 Jahre alte Tracy, die am Ende der fünften Folge freiwillig
 ausgestiegen war, bat im Finale um eine zweite Chance. Bei einer
 kurzen Interviewsequenz im Publikum erzählte Tracy, dass sie ihre
 Entscheidung zum Ausstieg mittlerweile bereue. Sie hätte es in der
 Show weiter bringen können, meinte sie. "Meine Leistungen haben ja 
für sich gesprochen", sagte sie weiter. Nach kurzem Überlegen
sicherte Klum ihr schließlich einen Platz in der nächsten Staffel zu. (Rabea Gruber, dpa)