Job-Porträt:
Was macht eigentlich ... ein Data Journalist?

Ihr Job ist in aller Munde, aber die wenigsten wissen, was sich dahinter verbirgt: Lisa Inhoffen ist Data Journalist beim Marktforschungsunternehmen Yougov. Wie sie ihren Job versteht und was sie daran begeistert:

Text: Annette Mattgey

Lisa Inhoffen, Yougov.
Lisa Inhoffen, Yougov.

Name:  Lisa Inhoffen

Alter: 28 Jahre

Position: Data Journalist

Ausbildung: Master in Medienwissenschaft

Unternehmen: YouGov Deutschland in Köln

Was machst du?

Kurz gesagt: Ich finde raus, was die Deutschen denken und schreibe Artikel darüber. Meist drehen die sich um aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik und Panorama. Und dazu kann ich alle Instrumente nutzen, die bei Yougov zur Verfügung stehen. Das sind spontane Live-Umfragen, speziell konzipierte Befragungen oder verknüpfte Daten aus unserem großen Datenpool. Meine Aufgabe ist es zu zeigen, was Yougov als Markforschungsinstitut alles kann. Mit Text und natürlich mit anschaulichen Grafiken.

Wie bist du zu dieser Aufgabe gekommen?

Mein Job verbindet zwei meiner Interessen: Zum einen meine Begeisterung am Schreiben journalistischer Texte jeder Art, die ich als freie Journalistin für Hörfunk, Print und Online ausgelebt habe. Und zum anderen mein Studium, in dem ich auch schon Daten erhoben und empirisch gearbeitet habe. Da ist die Stelle als Datenjournalistin eine perfekte Symbiose aus beiden Bereichen.

Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Alltag am meisten? Warum?

Ich habe einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Daher hilft es mir, nicht immer alles ganz ernst zu nehmen. Mir hat es schon oft geholfen, Dinge mit Humor zu sehen.

Schildere möglichst anschaulich ein Projekt, das dich besonders begeistert hat.

Projekt heißt bei mir ja meist das Schreiben eines Artikels und zunächst das Auseinandersetzen mit einem bestimmten Thema. Da gab es schon einige wirklich spannende Erkenntnisse. Zum Beispiel habe ich rausgefunden, dass sich 81 Prozent der Deutschen im Urlaub für die eigenen Landsleute schämen. Oder, dass jeder Fünfte offen dafür wäre, mit einem Chatbot zu kommunizieren. Oder, dass Homosexuelle ihren Lebensstil nicht ausreichend in der Werbung wiederfinden – die Liste könnte ich beliebig erweitern.

Was ist dir an deinem Job am wichtigsten? Was macht am meisten Spaß?

Das Besondere an meinem Job ist, dass es nie langweilig wird – denn ich beschäftige mich immer wieder mit neuen Themenbereichen und ich habe gleichzeitig viele Freiheiten darin, welche Themen ich aufgreife. Gleichzeitig sehe ich aber auch meine Verantwortung darin, die Themen so neutral wie möglich aufzugreifen, denn ich beteilige mich schließlich am öffentlichen Diskurs.

Mein Job ist unverzichtbar, weil…

Weil ich in einem Online-Markforschungsinstitut arbeite, beschäftige ich mich immer wieder mit der Digitalisierung und ihren Folgen. Immer mehr Aufgaben können von Maschinen übernommen werden, selbst die von Führungskräften. Daher werden Kernkompetenzen wie Kreativität, Problemlösungsstrategien und Sensibilität wichtiger. Die Menschen sollten sich auf diese Eigenschaften besinnen, dann werden sie auch nicht überflüssig. Ich versuche das jeden Tag in meinem Job.

Wenn du nicht Data Journalist wärst, was wärst du dann?

Ich habe ja schon länger mal vorgehabt, einen Blog über meine größten Interessen zu führen. Bisher hatte ich dazu keine Zeit neben Job und Freizeit. Aber wenn, dann würde ich gerne über Pflanzen, Essen und Reisen bloggen.


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 


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