Gastkommentar von Teads:
YouTube: Warum doppelt nicht besser hält

YouTube Ad Pods bringen Video-Advertiser Teads auf den Plan: Die Anzeigendopplung à la TV sei der falsche Weg, meint Deutschlandchef Nicolas Poppitz in einem Gastkommentar.

Text: W&V Leserautor

Der deutsche Teads-Lenker Nicolas Poppitz ist überzeugt: YouTube Ad Pods sind der falsche Werbeweg!
Der deutsche Teads-Lenker Nicolas Poppitz ist überzeugt: YouTube Ad Pods sind der falsche Werbeweg!

"Werbemittel, die schnell auf den Punkt kommen und idealerweise den User zur Interaktion einladen, erzielen nachweislich bessere Ergebnisse", hat Teads-Deutschland-Geschäftsführer Nicolas Poppitz kürzlich nach einer Auswertung von Bewegtbildwerbung empfohlen - und festgehalten: Online stirbt der klassische TV-Spot aus.
Jetzt stolpert der Chef des Video-Advertisers über Pläne, die Googles Bewegtbild-Tochter YouTube  in den Staaten bereits umsetzt

Werbeformate aus dem TV zu übernehmen, ist nicht der richtige Weg

Doppelt hält besser, hat sich YouTube vielleicht gedacht. Wenn eine Anzeige vor dem Content, den der User sehen möchte, oft übersprungen wird, dann präsentiere ich dem User eben zwei Anzeigen hintereinander und verhindere dazu noch das Skippen der Zweiten.

Damit nähert sich die Google-Tochter noch weiter dem Fernsehen. Allerdings, indem der nervigste Teil dieses Kanals online erweitert wird. Sicher, der Plan, damit den einen oder anderen Werbungtreibenden zu binden, der diese Spots und damit zusammenhängende Buchungsmechanismen aus dem TV gewohnt ist, mag aufgehen.

Der User bleibt allerdings auf der Strecke. Seit langem ist deutlich, dass der Nutzer aufgezwungene Anzeigen hasst und nur widerwillig in Kauf nimmt. Es grenzt schon an Zynismus, wenn YouTube dann die Einführung der Anzeigendopplung damit begründet, dem User ein besseres Erlebnis bieten zu wollen. Das behauptet jedenfalls Debbie Weinstein, VP of YouTube and Video Global Solutions.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Online etwas vom Fernsehen lernen kann. Wie man nutzerfreundlich Werbung platziert, gehört jedoch nicht dazu. Die Finanzierung von Online-Diensten und -Inhalten durch Werbung darf nicht auf Kosten genervter User gehen. Der User hat auch den Werteaustausch verstanden, indem er Werbung präsentiert bekommt und dafür kostenlos Content ansehen kann.

Wir in der Werbebranche sollten aber unbedingt weiter mit Nachdruck daran arbeiten, Formate und Steuerungsmechanismen zu erfinden und entwickeln, die Werbebotschaften relevant und interessant gestalten und an der richtigen Stelle präsentieren.

Ich glaube nicht, dass Internetnutzer Werbung wirklich per se hassen. Sie darf nur nicht offensichtlich im Wege stehen. Werbeformate aus dem TV zu übernehmen, ist nicht der richtige Weg. Doppelt hinsehen hätte hier geholfen.

Der Autor:
Nicolas Poppitz, ist Managing Director Deutschland bei Teads. Seit Anfang 2015 wirkt er für den Video-Advertiser, zuvor arbeitete er bei United Internet.  


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W&V Leserautor

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